DGB-Chef Hoffmann will keinen Kontakt zur AfD-Bundestagsfraktion

Zwar sei nicht auszuschließen, dass man mit AfD-Abgeordneten als Ausschussvorsitzenden zusammenarbeiten müsse. Mit Fraktion und Partei gebe es aber "keinerlei Berührungspunkte". Das sähen auch alle Mitgliedsgewerkschaften des DGB so, sagte Hoffmann.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, will keinen Kontakt zur AfD-Fraktion im neuen Bundestag. „Ich rechne nicht damit, von der AfD eingeladen zu werden“, sagte er dem Berliner „Tagesspiegel“ (Sonntagsausgabe). „Und wenn dem so wäre, würde ich die Einladung nicht annehmen.“ Es handele sich bei der neuen Partei um Rechtsnationalisten, die „extrem gewerkschaftsfeindlich“ seien.

Zwar sei nicht auszuschließen, dass man mit AfD-Abgeordneten als Ausschussvorsitzenden zusammenarbeiten müsse. Mit Fraktion und Partei gebe es aber „keinerlei Berührungspunkte“. Das sähen auch alle Mitgliedsgewerkschaften des DGB so, sagte Hoffmann.

Um der AfD politisch zu begegnen, empfahl der DGB-Chef, den Menschen im Land Zukunftsperspektiven zu geben. „Eine gute Sozial- und Wirtschaftspolitik ist das beste Rezept, die Rechtspopulisten klein zu halten“, sagte Hoffmann. Leider sehe er „bislang nicht, wie das in einer Jamaika-Koalition gelingen kann“.

Im vergangenen Jahr seien 50 Prozent aller Neueinstellungen befristet gewesen. Das verunsichere die Menschen und beraube sie jeder Möglichkeit zu verlässlicher Lebensplanung. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Arbeitgeber ständig nach sicheren Rahmenbedingungen rufen, sie ihren Beschäftigten aber verweigern“, kritisierte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds. (afp)