Dirk Müller: Es herrscht ein unlauterer Wettbewerb – Trumps Waschmaschinen-Zölle machen absolut Sinn

US-Präsident Trump will die Billigimporte aus dem Ausland mit Einfuhrzöllen belegen - vor allem Waschmaschinen und Solarmodule. Dafür erntet der Präsident heftige Kritik. Doch der globale Wettbewerb ist nicht fair, deshalb machen die Zölle durchaus Sinn.

US-Präsident Donald Trump hat Anfang der Woche neuen Handelsschranken gegen Billigimporte aus dem Ausland unterstrichen. Die US-Regierung kündigte erhebliche Einfuhrzölle auf Waschmaschinen und Solarmodule an. Die Maßnahme verdeutliche, dass die Regierung immer die Interessen amerikanischer Arbeiter verteidigen werde, teilte Trumps Handelsbeauftragter Robert Lighthizer mit.

Chinas Handelsministerium reagierte empört und äußerte seine „starke Unzufriedenheit“ über die Maßnahmen. „Zusammen mit anderen Mitgliedern der Welthandelsorganisation wird China seine legitimen Interessen entschieden verteidigen“, hieß es.

Auch Südkorea will die Einfuhrzölle nicht hinnehmen. Handelsminister Kim Hyun Chong kündigte in Seoul an, die Regierung werde Beschwerde gegen die Entscheidung bei der WTO einlegen. Die Maßnahmen der USA seien „unfair“, sagte Kim. In Südkorea sind vor allem die Unternehmen Samsung Electronics und LG Electronics betroffen.

USA beim internationalen Handel benachteiligt

Washingtons erste große handelspolitische Entscheidung des neuen Jahres betrifft auch deutsche Unternehmen. Vor allem betroffen: die Stahlindustrie. Dumping-Vorwürfe erhob die US-Regierung im Vorjahr bereits gegen Salzgitter AG und Dillinger Hütte.

Auf Waschmaschinen werden laut Lighthizer künftig Zölle zwischen 20 und 50 Prozent erhoben. In den kommenden Jahren sollen die Tarife schrittweise reduziert werden. Bei Solarmodulen sollen die Zölle bei 30 Prozent starten und innerhalb von vier Jahren auf 15 Prozent sinken. Die für gewerbliche Rechtskonflikte zuständige amerikanische Schiedsstelle US International Trade Commission hatte teilweise zu noch höheren Zöllen geraten. Zuvor hatten sich US-Konzerne über unfaire Schleuderpreise von Rivalen insbesondere aus Asien beschwert.

Trump ist generell der Ansicht, die USA würden beim internationalen Handel von ihren Geschäftspartnern benachteiligt. Er macht billige Produktion im Ausland und Importe für den Verlust zahlreicher Arbeitsplätze in den USA verantwortlich.

„Made in China“ – Kein faires Spiel

Für Wirtschaftsexperte und Börsenfachmann Dirk Müller offensichtlich ein nachvollziehbarer Gedanke:

Das gerade aus China in großem Stil Maschinen, überhaupt alles Mögliche, Stahl, Solarzellen, kommt, von Firmen, die eigentlich längst Pleite sein müssten, Firmen, die nur Verluste machen, die die Waren unter Produktionskosten verkaufen und diese Verluste mit immer neuen Krediten, die staatlich unterstützt werden, finanzieren.“

(Dirk Müller)

Diese hätten die höchste Verschuldung der Welt, würden auf Halde produzieren, nur Verluste machen und könnten „das Zeug praktisch verschenken“, so Müller.

Dirk Müller analysiert angesichts der neuen US-Zölle am Beispiel Waschmaschinen den Markt.

Tatsächlich haben wir einen absolut unlauteren Wettbewerb. Tatsächlich haben wir hier ein Monopoly-Spiel, wo Teilnehmer nach völlig unterschiedlichen Regeln spielen und am gleichen Brett sitzen.“

(Dirk Müller)

Bei den europäisch oder amerikanisch produzierten Waschmaschinen falle der Aspekt der Kinderarbeit weg, der Umweltschutzbestimmungen, der Sozialversicherungen, usw. Deshalb sei eine solche Waschmaschine teurer als jene aus einem asiatischen Land, „in dem mit Kinderarbeit gearbeitet wird, in dem die Umwelt keinen interessiert“, so Müller.

Auch Müller forderte bereits sei Langem, Zölle zu erheben, so auch in diesem Fall:

Dann nehmt doch auf Waschmaschinen 15 Prozent Aufschlag für die Kinderarbeit, zehn Prozent Aufschlag für den fehlenden Umweltschutz usw.“

(„Mister Dax“)

Solange unterschiedliche Bedingungen herrschten, machten solche Zölle Sinn, „um auch die heimische Arbeiterwelt und auch die heimischen Werte und Sozialwerte, Umweltstandards überhaupt erhalten zu können“, erklärt der Experte.

Doch wie reagieren die deutschen Leitmedien auf Trumps Massnahmen, gegen Billigprodukte aus Asien? Es sei leider schon zur Normalität geworden, dass die deutschen Medien reflexartig gegen „diesen Idioten Trump schießen“, kritisiert Müller. (dpa/sm)

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