Dresden: Auto von Pegida-Forscher Patzelt angezündet – Totalschaden

Das Auto des Dresdner Politikprofessors Werner Patzelt wurde in der Nacht zum Dienstag angezündet. Bei dem Brand entstand Totalschaden. Die Täter sind bislang unbekannt.

Unbekannte haben das Auto des Dresdner Politikprofessors Werner Patzelt angezündet. Bei dem Brand in der Nacht zum Dienstag entstand Totalschaden, wie das für extremistische Straftaten zuständige Operative Abwehrzentrum der sächsischen Polizei (OAZ) am Dienstag in Leipzig mitteilte.

Die Ermittler schließen eine politisch motivierte Tat nicht aus.

Zeugen bemerkten in der Nacht den Brand des parkenden Wagens und alarmierten die Feuerwehr. Das Autowrack wird nun kriminaltechnisch untersucht. Durch das Feuer wurde ein weiteres Auto in Mitleidenschaft gezogen. Das OAZ ermittelt wegen Sachbeschädigung. Zunächst gab es keine konkreten Hinweise auf den Täter.

Wegen Pegida-Statements kritisiert

Der in den Medien sehr präsente Patzelt ist seit 1991 Politikprofessor an der Technischen Universität Dresden. Er erforscht unter anderem die Pegida-Bewegung, die seit Herbst 2014 in Dresden auf die Straße geht. Dazu veröffentlichten Patzelt und sein Team bereits mehrere Studien.

Vor zwei Jahren war Patzelt von Studenten, aber auch Dozenten der TU wegen seiner Äußerungen zu Pegida kritisiert worden. Seine Wissenschaftlerkollegen distanzierten sich in einem im Internet veröffentlichten Schreiben unter anderem von Vorwürfen gegen Pegida-kritische Demonstranten.

Patzelt hatte unter anderem nach der Absage einer Pegida-Demonstration aufgrund einer Anschlagsdrohung im Januar 2015 von einer Feindbildpflege der Gegendemonstranten gesprochen. Seine Mitarbeiter warfen Patzelt vor, mit seinen Äußerungen den Ruf der Gegendemonstranten negativ zu beeinträchtigen.

Pegida geht seit zweieinhalb Jahren fast wöchentlich in Dresden auf die Straße und kritisiert die Flüchtlingspolitik und die oft lückenhafte Berichterstattung. Seit rund einem Jahr befinden sich die Teilnehmerzahlen bei den Pegida-Demos nach Angaben der unabhängigen Forschungsgruppe „durchgezählt“ im Abwärtstrend. Zuletzt registrierten die Forscher in der vergangenen Woche 1900 bis 2300 Pegida-Demonstranten. Sie wollen künftig nur noch stichprobenartig zählen. (afp)