Heidenau – Linksradikale Gewalt medial verschwiegen? Bürgermeister Opitz spricht von „angereisten Krawall-Touristen“

Jürgen Opitz (CDU), der Bürgermeister von Heidenau, sagte: "In der Krawallnacht 2 und 3 sind überwiegend auswärtige Krawall-Touristen gewesen, die aus der ganzen Umgebung gekommen sind. Es ist daran deutlich geworden, dass sich die Gewalt schon in der Nacht Zwei und Drei weder gegen die Asylbewerber noch gegen die Einrichtung gerichtet hat sondern ausschließlich gegen die Polizei."

Angefangen hatte alles mit einer NPD-Demo. Nach allgemeiner Berichterstattung der Lage gingen diverse Gewaltaktionen von rechten Demonstranten in mehreren Gewaltnächten aus. Als direkte Folge der Krawalle wurde ein polizeilicher Kontrollbereich um die Asylunterkunft gezogen und Bundeskanzlerin Merkel und Vizekanzler Gabriel besuchten Heidenau und sagten damit, dass es in Deutschland keinen Platz für rechte Randalierer gebe. 

Aufhebung des Versammlungsverbots durch Karlsruhe

Als weitere Folge der Krawalle wurde vom Bautzener Oberverwaltungsgericht ein allgemeines Versammlungsverbot ausgesprochen. Hierbei wurde eine Ausnahme für das geplante Willkommensfest für die Flüchtlinge gemacht.
Am Freitag wurden daraufhin 180 Platzverweise gegen rechts eingestufte Demonstranten erteilt, zu Straftaten sei es nicht gekommen, so ein Polizeisprecher.
Auch das Willkommensfest verlief friedlich, bis auf den Umstand, dass Sachsens Innenminister beim Besuch desselben mit "Hau ab"-Rufen vertrieben wurde. Dann kippte das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe per einstweiliger Verfügung dieses Versammlungsverbot und öffnete damit den Weg für Demos aller Art an diesem Wochenende.

Was sagt offiziell die Polizei?

Der offizielle Medien-Bericht der Polizei Sachsen zu den Vorkommnissen am vergangenen Wochenende liest sich zusammenfassend wie folgt:

– Beim Polizeieinsatz in Nacht 1 verblieben über 30 Personen nach der NPD-Demo, welche die Straße blockierten, auf der die Flüchtlinge ankommen sollten. Die Blockade wurde aufgelöst.
– Im Folgenden kamen bis zu 600 Menschen vor die geplante Erstaufnahmeeinrichtung. Aus der Menge ist mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern geworfen worden. Es waren 136 Beamte im Einsatz [Einsatz 21.08.2015, 17.30 Uhr].
– Über Nacht 2 heißt es, dass sich 250 Asylbefürworter zwischen 22 Uhr und 0.30 Uhr versammelten. Ihnen gegenüber, durch die Polizei getrennt, befanden sich 250 Asylkritiker, die gegen 22.45 Uhr einen organisierten Angriff auf die Polizei mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern versuchten.

– Ein Durchbrechen der Trennung zu den Asylbefürworter wurde verhindert, so der Bericht. 170 Beamte waren im Einsatz, es gab 23 Festnahmen und 65 Platzverweise [Einsatz 22.08.2015, 18.00 Uhr].
– Über die 3. Nacht heißt es, dass sich 200 Personen des linken Spektrums in einem angemeldeten Aufzug vom Asylheim zu Bahnhof begaben. Unterwegs griffen Teilnehmer drei Personen an, die sie den Asylgegnern zuordneten. Die Polizei konnte Schlimmeres verhindern.
– In dieser Nacht seien die Angriffe aus Richtung des "linken Spektrums" gekommen, während die "rechte Szene" in dieser Nacht keine Rolle spielte [Einsatz 23.08.2015].

Und was hat der Bürgermeister von Heidenau gesehen?

Heidenaus Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) hat zu den Vorgängen seine eigene persönliche Sichtweise in einem Interview mit N24 eröffnet.
Seine Darstellung der Vorkommnisse will so gar nicht in das vorgezeichnete Bild des rechtsradikalen Mobs vor Ort hineinpassen. Stattdessen redet er über "überwiegend auswärtige Krawall-Touristen."
Opitz spricht im Interview nach der Wiedergabe allgemein bekannter Informationen ab 2:15 min über eben dieselbe Nacht 2, wie der BR-Bericht, nur kommt er zu einem anderen Schluss.
Er sagt: "dass sich die Gewalt schon in der Nacht 2 und 3 weder gegen die Asylbewerber noch gegen die Einrichtung gerichtet haben, sondern ausschließlich gegen die Polizei."
Und plötzlich kommt eine weitere agierende "Partei" ins Spiel, von der in den Presseberichten der letzten Tage nur sehr schemenhaft gesprochen wurde: "Und gerade in der vergangenen Nacht war es so, dass sich die Autonomen nur mit der Polizei beschäftigt haben und versucht haben, noch einige Rechte aufzutreiben, mit denen sie sich gewalttätig auseinandersetzten und die Polizei ist dann dazwischengegangen."
Dies deckt sich im Großen und Ganzen durchaus mit dem Polizeibericht, nur eben nicht mit dem in der Presse vermittelten Gesamtbild, welches einen allein randalierenden rechten Mob aufzeichnet, der mit friedliebenden Asylbefürwortern aneinandergerät.
Interview von Bürgermeister Jürgen Opitz auf N24. 

Heidenaus Bürgermeister: »Gewalteskalation ging von linksradik…

Es ist ein ungeheuerlicher Verdacht der im Raum steht. Wurden linksradikale Krawallmacher im staatlichen Auftrag gezielt nach Heidenau gekarrt um dort einen Gewaltexzess vom Zaun zu brechen, den man im Nachgang dann politisch instrumentalisiert und den Rechten in die Schuhe schiebt? Darauf lässt zumindest ein Interview schließen, indem Jürgen Opitz (CDU), der Bürgermeister von Heidenau, das genaue Gegenteil von dem sagt, was man momentan den Berichten deutscher Massenmedien entnehmen kann. Opitz macht unmissverständlich klar von welcher Seite die Gewalt ausging. Demnach sind nicht die Rechten, sondern "extern angereiste, linksradikale Demo-Touristen", für die Eskalation der Gewalt auf Heidenaus Straßen verantwortlich. Spätestens seit den Montagsdemonstrationen im vergangenen Jahr wissen wir, dass von staatlicher Seite gezielt radikale linke Kräfte auf regierungskritische Demonstrationen geschickt werden, um diese größtmöglich zu stören oder gänzlich in Gewalt aufgehen zu lassen.

Posted by Anonymous on Freitag, 28. August 2015

Bayerischer Rundfunk, stellvertretend für viele Medienberichte

Der Bayerische Rundfunk berichtet in einer Video-Nachricht über Nacht 2 der Krawalle lediglich von den sogenannten rechten Demonstranten:
"Um zu verhindern, dass die Rechtsextremen auf die Asylbewerber und eine Gruppe Gegendemonstranten losgehen, stellt sich den Rechtsextremen ein großes Polizeiaufgebot in den Weg. Dann eskaliert die Situation. Die Polizei berichtet später von etwa 100 Randalierern, die eine offensichtlich organisierte massive Attacke gegen Polizisten geführt hätten. Der Bundesinnenminister kündigt die gesamte Härte des Rechtsstaats an." (sm)

https://youtube.com/watch?v=x0f6gkS5KJ4