Erneuter Fauxpas bei Lidl: Kreuze von Kirche wegretuschiert

Die Supermarktkette Lidl hat in Italien eine Kirche anstatt einer berühmten Burg als Werbemotiv verwendet – und dabei erneut die Kreuze wegretuschiert.

In einer Lidl-Filiale im norditalienischen Camporosso hing ein Foto mit der Kirche des Ortes Dolceacqua. An dieser wurden jedoch die Kreuze wegretuschiert.

Der Bürgermeister der Gemeinde, Fulvio Gazzola, beschwerte sich. „Zeigt Fotos von Dolceacqua, die die Realität widerspiegeln“, so der Bürgermeister laut der italienischen Zeitung „Repubblica“.

Wenn Lidl keine Kreuze haben wollte, hätte das Unternehmen auch die Burg der Stadt als Motiv wählen können – sie sei schließlich das Wahrzeichen der Gegend und wurde von Claude Monet gemalt, meinte Gazzola.

Aber wenn Lidl eine Kirch als Motiv nimmt, soll die Supermarktkette die Realität akzeptieren: „Auf der Kirche gibt es Kreuze, ein Symbol der Tradition und nicht der Religiosität“, erklärte Gazzola. Wenn das Foto nicht ersetzt werde, werde sich ein Anwalt um die Angelegenheit kümmern, um das Bild der Stadt zu verteidigen, so der Bürgermeister weiter.

Lidl entschuldigt sich für „Unachtsamkeit“: Bild wurde ersetzt

Gazzola schrieb an den Supermarktmanager von Camporosso. Die Lidl-Leitung lenkte ein: Am Donnerstag wurde das Bild der Kirche ohne Kreuze ersetzt. „Das Foto, das von einer internationalen Bilddatenbank gekauft wurde, wurde entfernt und durch ein Foto ersetzt, das perfekt mit der realen Welt übereinstimmt“, sagte Lidl Italia-Regionaldirektor Markus Rose.

„Wir haben nicht bemerkt, dass auf dem erworbenen Foto die Kreuze fehlten“, hieß es in einem Lidl-Statement. „Es handelt sich somit keinesfalls um eine Marketingstrategie, sondern lediglich um eine Unachtsamkeit, für die wir uns sowohl bei unseren Kunden als auch den Anwohnern von Dolceacqua entschuldigen.“

September: Kreuze an griechischer Kirche wegretuschiert

Das Unternehmen machte wegen eines ähnlichen Vorfalls Anfang September Schlagzeilen, wie die „Welt“  berichtete. Die Verpackungen der Eigenmarke Eridanous zeigte eine Kirche auf der griechische Insel Santorini – hier wurden die Kreuze wegretuschiert.

Es sei Teil der Lidl-Politik, in Sachen Religion und Politik neutral zu sein: „Es war nie und wird auch nie unsere Absicht sein, mit unseren Produkten oder der Produktgestaltung weltanschauliche Positionen zu vertreten“, hieß es damals in einer Mitteilung von Lidl.

(as)

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