Es brodelt: Linken-Politiker Gallert fordert Ende der Grabenkämpfe in der Partei – Höhn tritt zurück

Der Linken-Politiker Wulf Gallert hat zu einer Beilegung der Grabenkämpfe in Partei und Fraktion aufgerufen. Zuvor hatten mehrere Zeitungen über einen Rücktritt von Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn berichtet.

Der Linken-Politiker Wulf Gallert hat anlässlich des erwarteten Rücktritts von Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn zu einer Beilegung der Grabenkämpfe in Partei und Fraktion aufgerufen.

„Das sollte ein Appell an die handelnden Personen sein, die Art und Weise der Auseinandersetzung zu überdenken und zu gucken, wie man aus so einer Situation rauskommt“, sagte Gallert, der Vizepräsident des Landtages von Sachsen-Anhalt ist, der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Freitagsausgabe).

Schließlich sei das Zerwürfnis zwischen den Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger einerseits sowie den Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch andererseits der wesentliche Grund des Rücktritts, sagte Gallert, der als Vertrauter von Höhn gilt. „Es ist legitim, zu sagen: Leute, das geht so nicht – und zwar als Appell an alle vier.“

Zuvor hatten mehrere Zeitungen über einen Rücktritt Höhns berichtet. Höhn werde am Freitag in einem Schreiben an den Parteivorstand seinen Rücktritt erklären, berichteten die „Mitteldeutsche Zeitung“ und die „Berliner Zeitung“ unter Berufung auf führende Parteikreise. Er werde bereits am Samstag nicht mehr an der Sitzung des Parteivorstandes teilnehmen.

Auch die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) schrieben, Höhn werde zur Vorstandssitzung der Linken am kommenden Samstag seinen Rücktritt erklären. In dem Bericht wurde darauf verwiesen, dass Höhn sich gegen den Willen der Parteispitze vor der Bundestagswahl für die Bundestagsfraktionschefs Wagenknecht und Bartsch als Spitzenkandidaten ausgesprochen hatte. Zwischen den Spitzen von Partei und Fraktion tobt seit längerem ein Machtkampf, dessen Höhepunkt bislang die Fraktionsklausur der Linken im Oktober war. Schließlich wurden bei dem Treffen jedoch Bartsch und Wagenknecht in ihren Ämtern bestätigt.

Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner bedauerte den bevorstehenden Rücktritt Höhns. „Das ist ein herber Verlust an Sinn und Verstand für die Linkspartei“, sagte er der „Berliner Zeitung“ (Freitagsausgabe). „Ich wünsche Matthias Höhn alles Gute und bedanke mich für die hervorragende Zusammenarbeit.“ (afp)

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