Essen: Dealer- und Junkie-Paradies im Stadtgarten – Politik tatenlos, Polizei machtlos, Bürger hoffnungslos

Im Essener Stadtgarten hat sich offenbar und unter den machtlosen Augen der Polizei ein Paradies für Dealer und Süchtige entwickelt. Hier wird am helllichten Tag, vor den Augen von Spaziergängern und Familien mit Kindern, gedealt und konsumiert. Doch die Polizei ist machtlos, solange die schwarz-rote Politik nicht handelt.

„Die Männer saßen direkt neben mir und haben ganz offen ihr Zeug verkauft“, berichtet eine aufgebrachte Seniorin. Die Käufer hätten dann eine Bank weiter gleich ihr Rauschgift konsumiert, in aller Ruhe.

Ich drehe seit über 50 Jahren fast jeden Tag meine Runden im Stadtgarten, aber so eine Dreistigkeit habe ich noch nie erlebt.“

(Seniorin, 84)

Die Rentnerin setzt ihren Weg durch den Stadtgarten fort. Als sie auf eine uniformierte Polizistin trifft, die hier Streife läuft, spricht sie sie auf die Beobachtung an.

Polizei ist machtlos

Diese kann ihr aber nur bestätigen, „dass sich hier schon seit mehreren Jahren eine kleine Drogenszene etabliert hat und das der Polizei bereits lange bekannt sei“, so die 84-Jährige.

Doch man könne da nicht viel machen. Die Täter seien gut organisiert und würden sich sofort in alle Richtungen verstreuen, wenn die Ordnungsmacht erscheine, so die beunruhigende Auskunft, berichtet die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“.

Die offizielle Aussage der Essener Polizei wirkt auch nicht hoffnungsvoller, ja geradezu resigniert:

Es gibt in Essen halt Bereiche, wo ganz offen Rauschgift verkauft wird. Dazu gehört auch der Stadtgarten.“

(Peter Elke, Pressesprecher)

Die Polizei hätte da nicht viel Einfluss: „Wir holen sie weg und nach einer halben Stunde sind sie wieder da“, so der Behördensprecher.

Katz & Maus-Spiel

Die Polizei selbst könne da nicht viel machen, dazu hätte man auch „schlichtweg zu wenig Personal“, so Peter Elke. Die Drogenszene suche sich bewusst schlecht zu überwachende Orte, wie den nach allen Seiten offenen Stadtgarten mit seinen hervorragenden Fluchtmöglichkeiten und verkehrstechnisch guter Erreichbarkeit.

„Natürlich gehen wir jeder Meldung nach“, so der Beamte, „aber meistens treffen wir die mutmaßlichen Täter nicht mehr an“.

Eine konsequente Überwachung, wie am Rheinischen Platz mit seiner Videoüberwachung, zeigt sich erfolgreich. Die Dealerszene bleibt fern, so die „WAZ“ weiter. Dies wäre in einem großen Park jedoch nicht möglich. Hier bliebe nur eine ständige Präsenz, um den Stadtgarten sicherer zu machen. „Dafür bräuchte man aber einfach zu viele Einsatzkräfte“, so der Pressesprecher ernüchternd.

Versagt die Politik?

Der Pressesprecher des Polizeipräsidiums verweist noch hilflos auf die Politiker. Laut Peter Elke läge es in den Händen der Politik, dieser Szene langfristig beizukommen.

Hier in Essen regiert Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) in Koalition mit der SPD.

Für die 84-jährige Seniorin, die seit über 50 Jahren fast jeden Tag ihre Runden im Stadtgarten dreht, hört sich das alles wohl ziemlich beunruhigend an:

Mir kommt das fast so vor, als hätte die Polizei den Stadtgarten aufgegeben. Das ist jetzt also ein rechtsfreier Raum. Genauso haben sich auch die Dealer verhalten.“

(Seniorin, 84, Stadtgartenkennerin)

Siehe auch:

Drogenszene auf Campus „schlimm wie nie“: Uni Essen investiert massiv in Sicherheit

Polizei reduziert Einsätze in Berliner Drogenpark auf 20 Prozent – Interner Polizeibericht enthüllt Staatsversagen

Berlin: Oh Görli, Görli – Grünes Manifest will Drogendealer gleichberechtigt integrieren