Euskirchen: Zwei Täter – Zeuge beobachtet Schlägerei, ohne eingreifen zu können

Am Montag meldete sich endlich ein Zeuge. Der Schüler bestätigte einen weiteren Schüler als Beteiligter des Angriffs auf den 12-jährigen Eric. Der Beschuldigte gestand im Verhör die Beteiligung. Das Opfer wird nach letzten Erkenntnissen phasenweise aus dem künstlichen Koma geholt und kann dabei Arme und Beine bewegen. Seine Mutter sitzt immer an seinem Bett, gibt ihm Kraft.

+++UPDATE: Am Montag meldete sich ein Mitschüler im Beisein seiner Eltern bei der Polizei. Der Junge hatte die Prügel-Attacke auf den im künstlichen Koma liegenden Jungen aus der Ferne beobachtet, ohne eingreifen zu können. Er belastete mit seiner Aussage einen weiteren Mitschüler über den bisher Tatverdächtigen hinaus. Der Junge gestand im Verhör die Beteiligung an der Gewalttat. Weitere Täter gebe es nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht, so die Polizei laut „Focus“.

Der Großvater eines Fünftklässlers der Gesamtschule ist wütend: „So etwas kann nur passieren, wenn es keine Aufsicht gab oder diese ihren Pflichten in keiner Weise nachgekommen ist“, schimpft Michael Fischer (59) im „Kölner Express“.

Die Mutter eines Kindes berichtete, dass ihr Sohn beim Streit auf dem Schulhof dabei war und gesehen habe, wie Eric einen heftigen Schlag gegen den Nacken bekam, so das Blatt. Auch ihr Sohn und weitere Mitschüler des Siebtklässlers seien in der Vergangenheit von dem Tatverdächtigen angemacht und geschlagen worden. Betroffene Eltern forderten sogar einen Schulverweis. Doch nichts passierte.

Bisher seien mehr als ein Dutzend Kinder von der Polizei vernommen worden, berichtet Oberstaatsanwalt Robin Faßbender: „Am Ende stellte sich heraus, dass ein Aggressor für den Übergriff infrage kommt.“ Wie die „Bild“ berichtet, soll der als gewalttätiges „Problem-Kind“ bekannte und polizeilich vermerkte 12-Jährige angeblich in einer betreuten Wohngruppe leben. Rechtlich gesehen gilt er als „schuldunfähig“.

Und sein Opfer? Aus dem Umfeld der Schule wird berichtet, Eric „ein ganz normaler Schüler, der bislang nicht negativ aufgefallen ist“.

Weiterhin Zeugen gesucht

Der Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Fall auch in der Schule besprochen werde. Es sei daher möglich, dass sich am Montag oder Dienstag noch Schüler melden, die das Geschehen beobachtet haben, so Robin Faßbender laut „Focus“.

Der aggressive Schüler hatte Eric am Donnerstagnachmittag in einem Wutausbruch angegriffen, weil dieser beim Yu-Gi-Oh-Spielen besser war. Offenbar gab es mehrere Tatorte. Was genau sich im Schulgebäude und auf dem Pausenhof abspielte, ist immer noch nicht ganz klar.

„Wir haben Hinweise darauf erhalten, dass andere Kinder und Schüler den Vorfall beobachtet haben könnten und bitten diese dringend, sich mit ihren Eltern mit der Polizei in Verbindung zu setzen, um den Sachverhalt noch weiter aufzuklären“, zitiert der „Kölner Stadtanzeiger“ Faßbender.

Weiterhin sucht die Polizei nach Augenzeugen der Tat. Diese möchten sich bitte mit ihren Eltern bei der Mordkommission unter Telefon 0228/150 oder 02251/7990 melden.

Mutter immer am Bett ihres Kindes

Am Sonntag gab es einen ersten Hoffnungsschimmer für das 12-jährige Prügel-Opfer Eric. Aus seinem nahen Umfeld wurde aus der Neurologischen Spezialklinik in Köln-Mersheim berichtet:

Sie holen ihn inzwischen immer mal wieder aus dem künstlichen Tiefschlaf.“ (Eric’s Mutter)

In diesen Phasen soll der Junge auch seine Arme und Beine bewegen können. Seine Mutter sitzt immer an seinem Bett, weicht ihrem Sohn nicht von der Seite, gibt ihm Kraft.

Erics Großmutter ist einfach nur traurig: „Ich kann das alles nicht verstehen. Eric ist doch so ein lieber Junge. Ich hoffe, dass er wieder gesund wird.“

Siehe auch:

Euskirchener Prügel-Attacke: 12-jähriger Täter gilt rechtlich als „schuldunfähig“

Euskirchen: Gewaltbereiter Mitschüler trat Eric (12) wegen Yu-Gi-Oh-Karten gegen den Kopf – Opfer weiterhin im künstlichen Koma – Weitere Zeugen gesucht