Familiennachzug von Migranten aus Griechenland läuft wieder schneller

Laut dem Dublin-Abkommen haben Angehörige von Asylbewerbern einen Anspruch darauf, mit ihren in anderen EU-Ländern lebenden Familienangehörigen zusammenleben zu können. Auf diese Weise reisten im September 262 Menschen von Griechenland zu ihren Familien nach Deutschland. Das sind doppelt so viele wie im August.

Der Familiennachzug von in Griechenland gestrandeten Migranten nach Deutschland hat sich zuletzt wieder beschleunigt. Im September reisten 262 Menschen von dort zu ihren Familien und damit mehr als doppelt so viele wie im August, wie das Bundesinnenministerium am Mittwoch auf Anfrage mitteilte. Im August kamen demnach nur 117 Migranten aus Griechenland, im Mai sogar nur 82.

Über die Beschleunigung des Familiennachzugs aus Griechenland im September hatte zunächst die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet. Bis Ende vergangenen Monats kamen laut Ministerium in diesem Jahr insgesamt 1.885 Menschen im Zuge der Familienzusammenführung nach Deutschland. Darunter waren auch sogenannte Überstellungen, für die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bereits im vergangenen Jahr seine Zustimmung erteilt hatte.

Angehörige von Asylbewerbern haben nach der Dublin-Verordnung der EU einen Anspruch darauf, mit ihren in anderen EU-Ländern lebenden Familienangehörigen zusammenleben zu können. Die Überstellung muss demnach zügig, eigentlich spätestens innerhalb von sechs Monaten erfolgen.

Diese Nachzüge erfolgen unabhängig vom Familiennachzug aus der Herkunftsregion. Dieser steht anerkannten Asylbewerbern für die sogenannte Kernfamilie zu. Derzeit noch bis März 2018 ausgesetzt ist dieser Familiennachzug für Asylsuchende mit dem eingeschränkten sogenannten subsidiären Schutz. Die Union will an dieser Aussetzung auch darüber hinaus festhalten.

Die Position von CDU und CSU in diesem Punkt stößt gerade bei den Grünen auf Widerstand. Die Flüchtlingspolitik gilt als einer der Knackpunkte in den Gesprächen über die Bildung einer Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen, die kommende Woche beginnen sollen. (afp)