Flüchtlinge mit falschen Versprechen angelockt: Willkommenskultur oder geplante Masseneinwanderung?

Im Internet kursieren Gerüchte, dass die deutsche Kanzlerin bis 2017 drei Millionen Flüchtlinge nach Deutschland holen will. Diese und weitere verheißungsvollen Nachrichten erreichen die Menschen im Nahen Osten täglich über Fernsehen und Internet.

Viele Kritiker werfen der Kanzlerin vor, die Flüchtlinge mit falschen Erwartungen nach Deutschland zu locken. Dies habe erst für den großen Zustrom nach Deutschland gesorgt. Die Kritik kommt nicht von ungefähr, denn tatsächlich glauben viele Flüchtlinge, dass Deutschland ein Schlaraffenland ist. 

In den sozialen Netzwerken kursieren märchenhafte Erzählungen, die den Flüchtlingen ein Leben in Wohlstand versprechen. Auch Schleuser bringen diese falschen Informationen in Umlauf. 

Das Fluchtziel vieler Syrer ist klar: Deutschland. Der Ort an dem Syrer herzlich willkommen sind. So steht es überall im Internet, so sagten es alle auch die Schlepper, berichten Flüchtlinge aus Syrien dem Sender "Das Erste".

"In Syrien hat man gehört, dass man bei Ankunft gleich ein eigenes Haus bekommt. Von Flüchtlingsheimen war nicht die Rede. Und Familien sollten gleich bei Ankunft 5000 Euro bekommen. Alleinreisende 3000 Euro," sagt die Syrerin Sherin Ismail im Interview mit dem Fernsehsender.

Doch die Realität sieht für Sherin anders aus: In Deutschland lebt sie in einer Flüchtlings-WG mit drei Zimmern und vier Mitbewohnern auf dem Land in der Pfalz.

"Am Anfang war das Gefühl wie ein Schock. Ich konnte sieben Tage lang nicht Essen und Trinken, bis ich diesen Nervenzusammenbruch überwunden habe," sagt sie dem Sender. 

Sherins Freundin – kam einst selbst als Flüchtling nach Deutschland – erzählte im Interview mit "Das Erste", dass bedenkliche Falschinformationen im Internet kursieren. Dort würde man verbreitet, dass Angela Merkel bis 2017 drei Millionen Flüchtlinge nach Deutschland bringen will. Auch die Mutter der Freundin habe diese Information gehört – im arabischen Fernsehen. 

Werden Flüchtlinge absichtlich nach Deutschland gelockt? 

Dass es sich bei der Asylkrise nicht um eine Willkommenskultur handelt, sondern die Einwanderung gewollt sei, glauben drei syrische Flüchtlinge, die vom Sender interviewt wurden. Sie alle haben in Syrien studiert. Weil sie nicht für den "Islamischen Staat" und auch nicht für das Assad-Regime kämpfen wollten, flüchteten sie nach Deutschland. 

Ihnen wurde gesagt, dass Deutschland die Flüchtlinge braucht. Und sie ein Gewinn für die deutsche Wirtschaft seien.

"Hier steht die deutsche Armee spendiert 500 Tausend Euro um den Flüchtlingen zu helfen," und "die Regierung schafft in den nächsten zwei Jahren 400 Tausend neue Arbeitsplätze für Flüchtlinge", zeigt einer der Syrer der Reporterin die Internet-Webseiten auf denen diese Nachrichten verbreitet werden.

Wer hinter den Nachrichten steht wisse er nicht. In Syrien würde ihnen niemand sagen, was wahr und was falsch sei. Auch wie es letztendlich wirklich in Deutschland ist sage ihnen keiner. 

"Abbas" kommt nach Deutschland

Dass es sich bei der Masseneinwanderung mehr als um eine Willkommenskultur handeln könnte, zeigt auch ein Werbefilm für Immigration. Produziert wurde das Video in 2014, von Miramedia in Hamburg, im Auftrag des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Der Film wurde in alle Sprachen potenzieller Kunden übersetzt, darunter Albanisch, Arabisch, Russisch, Dari, Farsi, Patschu und Serbisch.

Das 17-minütige Video zeigt die fiktive Fluchtgeschichte eines jungen Asylsuchenden aus dem Irak namens Abbas. Gespielt wird der "Flüchtling" von einem Schauspieler. Das Video wird laut Homepage des Produzenten überall in Deutschland zur Beratung von Asylsuchenden eingesetzt. Im Internet wird er zum Werbefilm für die Einwanderung nach Deutschland. (so)