Frankfurter Goethe-Uni: SOS-Plan mit Begleitservice nach vier versuchten Vergewaltigungen

Von 5. February 2018 Aktualisiert: 5. Februar 2018 21:23
Zuerst war von einem Sex-Täter die Rede, nun sind es offenbar schon zwei. Die Studentinnen am Campus Westend der Goethe-Uni sind verunsichert. Die Uni-Leitung verstärkte die Sicherheitsmaßnahmen und gab eine SOS-Map heraus. Für Polizeigewerkschafter Rainer Wendt hat die "Lebenswirklichkeit die Uni eingeholt".

Auf dem Campus der Frankfurter Goethe-Uni geht die Angst um. Nach vier versuchten Vergewaltigungen jagt jetzt die Polizei gleich zwei Sex-Täter, die Frauen nachts auf dem Uni-Gelände nachstellen.

„Aufgrund der unterschiedlichen Täterbeschreibung und dem unterschiedlichen Modus Operandi geht die Kriminalpolizei davon aus, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um zwei unterschiedliche Täter handelt“, so die Darstellung des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main.

Die Polizei Frankfurt bittet um Zeugenhinweise zu den folgenden Fällen unter Telefon 069 / 755 – 53 111.

27. Januar, 0.30 Uhr:

Eine 22-jährige Studentin wurde hinterrücks am Theodor-W.-Adorno-Platz auf dem Campus Westend an der Schulter gepackt. Sie befand sich gerade auf dem Nachhauseweg.

Als sie sich umdrehte, sah sie, wie dieser an seinem Glied manipulierte. Sofort schrie die Frau und ergriff die Flucht.“

(Polizeibericht)

Bei ihrer Flucht stürzte sie und verletzte sich schwer. Glücklicherweise konnte sie dennoch entkommen.

Der Täter wird wie folgt beschrieben.

Alter: 40 – 50 Jahre
Statur: 1,80 Meter, dicklich
Aussehen: osteuropäisches Erscheinungsbild, kurze dunkle Haare
Bekleidung: graue Jogginghose, dunkle Jacke, dunkle Sportschuhe

Drei weitere Fälle

Die anderen drei Sex-Attacken ereigneten sich im Oktober, im Dezember und Anfang Januar, jeweils gegen Mitternacht:

Der Täter fragte jeweils nach dem Straßennamen und versuchte anschließend die Frauen in ein Gebüsch zu zerren.“

(Polizei Frankfurt)

Am 6. Oktober 2017 zwang ein pakistanisch bzw. westasiatisch aussehender Mann eine 23-jährige Studentin zu sexuellen Handlungen.

In dem ersten Fall wurde eine 23-jährige Studentin von dem Täter dazu aufgefordert, ihn sexuell zu befriedigen. Aus Angst kam die junge Frau dieser Aufforderung nach und ergriff anschließend sofort die Flucht.“

(Polizeibericht)

Zwei Tage vor Silvester, am 29. Dezember attackierte ein Unbekannter eine 37-jährige Anwohnerin, die den Täter mit der Faust niederschlagen und entkommen kann. Bereits am 6. Januar kam es erneut zu einer Sex-Attacke. Diesmal erwischte es eine 23-jährige Studentin. Als das Opfer laut zu schreien und sich zu wehren begann, ergriff der Täter die Flucht.

Die Polizei geht davon aus, dass es sich den Beschreibungen nach „mit hoher Wahrscheinlichkeit jeweils um denselben Täter handelt“.

Alter: 25 – 35 Jahre
Statur: 1,65 – 1,80 Meter, schlank
Aussehen: pakistanisches bzw. westasiatisches Erscheinungsbild, schwarze Haare
Bekleidung: dunkle Kapuzenjacke
Besonderheiten: sprach Deutsch mit starkem Akzent

Goethe-Uni gibt SOS-Plan heraus

Aufgrund der besorgniserregenden Vorkommnisse rund um das Campus-Gelände informierte die Präsidentin der Universität in einem internen Warnschreiben die Studierenden, welches der „Bild“ vorliegt:

Ich muss sie darüber informieren, dass es in den vergangenen Wochen leider mehrere sexuelle Angriffe auf Studentinnen auf dem Campus Westend und in dessen Umfeld gegeben hat.“

(Prof. Brigitta Wolff, Uni Frankfurt, internes Schreiben)

Uni-Sprecher Dr. Olaf Kaltenborn bestätigte, dass „das Schreiben an alle Uni-Angehörigen verschickt“ worden und im Intranet veröffentlicht worden sei.

Inzwischen wurde der nächtliche Sicherheitsdienst an der Goethe-Universität verstärkt und ein Begleitservice für Frauen auf dem Uni-Gelände eingerichtet. Dieser ist unter der Nummer 069 / 798 – 322 50 an der Hauptpforte im IG-Farben-Haus rund um die Uhr und jeden Tag erreichbar.

Wenn es denn nicht so traurig wäre, könnte Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (GdP) die Ereignisse um den Uni-Campus in Frankfurt als späte Genugtuung seiner Ausladung zum Vortrag über den Polizeialltag in einer Einwanderungsgesellschaft betrachten (siehe unten).

Denn: Inzwischen hat die „Lebenswirklichkeit die Uni eingeholt“, so Wendt am Wochenende auf Facebook.

SOS-Plan „Sicher über den Campus“

Die Universitätsleitung gab eine Broschüre „Sicher über den Campus“ heraus, eine Campus-Map des Uni-Areals in Westend und Riedberg mit den farblich herausgehobenen gut beleuchteten Wegen, den Telefonnummern der zehn (Westend) bzw. fünf (Riedberg) bewachten Pforten und „Sicherheitstipps für bedrohliche Situationen“.

[„Sicher über den Campus“-Faltplan als PDF]

Jedoch bezieht sich der Faltplan nicht auf die aktuellen Ereignisse an der Universität mit starkem 68er-Bezug, sondern es wird ganz allgemein darauf hingewiesen:

Es kommt immer wieder vor, dass sich Studierende und andere Universitätsangehörige bei Dunkelheit und außerhalb des Kernbetriebes auf dem Campus unwohl und unsicher fühlen.“

Außerdem wird angeraten, das „Gleichstellungsbüro“ über Vorkommnisse zu informieren.

Multi-Kulti-Utopie wollte keine Polizeirealität

Erst im Oktober 2017 machte die Goethe-Uni von sich Reden, als die staatliche Bildungshochburg aus fadenscheinigen Gründen einen geplanten Vortrag des Bundesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, abgesagt hatte. Dabei hätte Wendts Thema die Zuhörerschaft sicher zu einem spannenden Denkprozess eingeladen: „Polizeialltag in der Einwanderungsgesellschaft“.

Wenn man an deutschen Universitäten nur noch darüber diskutieren darf, ob man links, halb links oder ganz links ist, dann gibt es keinen Dialog mehr.“

(Rainer Wendt, GdP-Vorsitzender)

Wie der „Bayernkurier“ berichtete, gelte der Polizeigewerkschaftler für viele „linke Befürworter der Willkommens- und Multikulti-Kultur“ seit Langem schon als Dorn im Auge, weil er die „Schattenseiten der Zuwanderung“ kenne und offen ausspreche.

Viele Facebook-User empörten sich über die Absage und warnten vor einer Gesinnungs-Diktatur.

Vergewaltigungsfälle an Bochum-Uni

Ein ähnlich gelegener Fall schockte die Studentinnen der Bochumer Ruhr-Uni im August und November 2016, als ein irakischer Asylbewerber zwei chinesische Studentinnen überfiel.

Die Fälle führten sogar zu großer internationaler Aufmerksamkeit und einer offiziellen Warnung des chinesischen Konsulats an seine Bürger.

Während das Konsulat in Düsseldorf mahnte: „Alle chinesischen Bürger in Deutschland sollten auf ihre Sicherheit achten“, riet eines der Opfer in den chinesischen Social Media: „Bitte googelt, wo es in eurer Nähe Asylheime gibt.“

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