Mordfall Maria: Für Hussein K. war „Sex mit einer Toten“ kein Problem – Täter entschuldigt sich bei Familie

Der Prozess im Mordfall Maria wird fortgesetzt: Am heutigen 2. Prozesstag äußerte sich der Angeklagte selbst zur Tat.

Montag, 11. September 2017, 2. Verhandlungstag: Da der Angeklagte am vergangenen Dienstag „zu müde“ war, um noch über die eigentliche Tat zu berichten, wurde die „Einlassung des Angeklagten zu den Tatvorwürfen“ auf den 2. Verhandlungstag von insgesamt 16 angesetzt. Das Landgericht Freiburg informierte im Vorfeld:

Sofern dieser Teil der Verhandlung am Vormittag abgeschlos­sen werden kann, soll am Nachmittag mit der Beweisaufnahme begonnen werden, ande­renfalls am Mittwoch, dem 13. September 2017.“

(Landgericht Freiburg)

2. Prozesstag: Hussein K. zur Tat

Der Angeklagte betritt an Händen und Füßen gefesselt den Gerichtssaal gegen 9.05 Uhr. Zunächst verliest er ein Entschuldigungsschreiben, bittet die Familie der ermordeten Maria Ladenburger um Verzeihung, berichtet „Focus“.

Ich wünschte, ich könnte es rückgängig machen. Das, was ich getan habe, darüber bin ich aus tiefstem Herzen traurig.“

(Hussein K.)

Dann schilderte er die Tatnacht:

Er habe mit drei Freunden getrunken und Haschisch geraucht. Weil er so betrunken gewesen sei, habe man ihn aus der Bar geworfen. Irgendwann habe er sich dann auf den Heimweg gemacht. An der Dreisam sei ihm das Mädchen mit dem Fahrrad entgegengekommen.

Er trat gegen das Fahrrad, worauf das Mädchen stürzte. Sie schrie. Er hielt ihr den Mund zu. Er würgte sie mit dem Schal, bis sie bewusstlos war.

Als ich sah, wie hübsch sie war, wollte ich Sex mit ihr.“

(Hussein K.)

Offenbar dachte er, dass er sie bereits erwürgt habe. Die Richterin fragte ihn bezüglich „Sex mit einer Toten“ und der Angeklagte sagte:

Es hat mir nichts ausgemacht, mit einer Toten Sex zu haben.“

(Hussein K.)

Laut seiner Aussage sei er zu betrunken gewesen, um eine Erektion zu bekommen, worauf er seine Hand einführte. Da er sich zuvor bei einem Fahrradsturz verletzt hatte, zerrte er das Mädchen ins Wasser, um sein Blut von ihr zu waschen. Dort ließ er sie liegen und flüchtete.

Das sagt die Staatsanwaltschaft

Schwere Vergewaltigung und heimtückischer Mord, so lautet die Anklage, vorgetragen vom Freiburger Oberstaatsanwalts Eckart Berger gegen den mutmaßlich 19-jährigen Afghanen Hussein Khavari im Mordfall an Maria Ladenburger am Landgericht Freiburg:

In der Nacht zu Sonntag, 16. Oktober 2016, traf die 19-jährige Freiburger Medizinstudentin Maria Ladenburger auf dem Nachhauseweg von einer Studentenparty auf den angeklagten afghanischen Flüchtling Hussein K. (19?).

Die „Badische Zeitung“ berichtet nach Angaben von Oberstaatsanwalt Eckart Berger, dass Khavari das Mädchen am Uferweg der Dreisam hinter der Nordtribüne des Schwarzwaldstadions von ihrem Fahrrad gezerrt, ihr dann den Mund zugehalten und sie gewürgt habe.

Dann habe er sie in den dunklen Teil des Grünstreifens am Flussufer geschleift und ihr die Kleidung über den Kopf gezogen. Dann habe er dem Mädchen u.a. in Wange, Brust und Unterbauch gebissen. Laut „Stuttgarter Zeitung“ verlor die 19-Jährige spätestens während der schweren Misshandlungen das Bewusstsein.

Anschließend vergewaltigte er sie und zerrte sie zum Flussbett, legte sie über einen Brombeerbusch, kopfüber ins Wasser, zum Sterben. Sie ertrank, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben, so Oberstaatsanwalt Berger.

Der Prozess wird am Mittwoch, 13. September, fortgesetzt.

Was passierte am 1. Verhandlungstag?

Auf Antrag der Verteidigung wurde die Öffentlichkeit während der Aussage des Angeklagten zu seiner Flucht, Ausführungen zum Leben in einer Koranschule und seinem Sexualleben ausgeschlossen, zum „Schutz seiner Privatsphäre“ so die Richterin.

Das Gericht entschied, dass die Öffentlichkeit „nur“ während dieser Aussagen ausgeschlossen werde.

Zudem räumte der Angeklagte ein, 19 Jahre alt zu sein und nicht minderjährig, so wie seine Erstangaben in Deutschland. Die Staatsanwaltschaft geht aufgrund von Gutachten sogar davon aus, dass Khavari mindestens 22 Jahre alt sei. Auch für seine Identität als Afghane gibt es keinen eindeutigen Beweis, da Papiere dazu fehlen.

Proteste vor dem Gericht

Am ersten Verhandlungstag, Dienstag, 5. September 2017, versammelten sich vor dem für die Öffentlichkeit gesperrten Gerichtsgebäude unterschiedliche politische Gruppierungen.

Hier stand die „Junge Alternative“, eine Jugendorganisation der AfD, mit ihrem Banner „Grenzen schützen – Leben retten!“ und forderte einen Prozess nach dem Erwachsenenstrafrecht.

Dort standen rund doppelt so viele mutmaßlich links orientierte bzw. Anti-AfD-Demonstranten, die skandierten: „AfD-Rassistenpack, wir haben euch zum Kotzen satt!“

Eine Demonstrantin meinte, dass sie hier stehen würden, um gegen eine Instrumentalisierung eines tragischen Mordes an einer jungen Frau, gegen rechte Hetze und auch gegen antifeministische Hetze zu protestieren.

 

Siehe auch:

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