Freiburger Frauenmord: Die Spur des „Wolfes“ – Was geschah in Griechenland? (Video)

Recherchen haben ergeben, dass der mutmaßliche Mörder der Freiburger Studentin Maria Ladenburger (19) bereits 2014 in Griechenland vor Gericht stand, wegen Mordversuchs und Raub an einer 20-jährigen Studentin. Er wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt. Doch wie konnte er 2015 im November unbehelligt nach Deutschland einreisen? Diese Frage ist immer noch offen.

Hussein Khavari, der mutmaßliche Vergewaltiger und Mörder der Freiburger Medizinstudentin Maria Ladenburger (19) und zum jetzigen Zeitpunkt angeblich 17-Jährige wurde bereits 2014 in Griechenland zu zehn Jahren Haft verurteilt. Er kam in Jugendarrest. Er hatte in einer Mainacht 2013 auf Korfu eine 20-jährige Studentin überfallen und über ein Geländer 10 Meter in die Tiefe hinabgeworfen. Das Mädchen überlebte, wie durch ein Wunder, allerdings schwer verletzt.

Khavari hatte in einer Bar getrunken. Zu dem Zusammentreffen kam es auf offener Straße, als die griechische Geschichtsstudentin (20) eine Küstenstraße entlang auf dem Heimweg war. Plötzlich stand Khavari vor ihr und forderte ihre Handtasche, was sie aus Angst tat. Dann kamen die Scheinwerfer eines Autos näher und der Räuber schob die junge Frau nach hinten.

In einem späteren Interview mit dem griechischen TV-Sender Alfa im Jahr 2014 gab die Studentin an:

Dann packte er mich an den Hüften und Beinen, hob mich hoch und warf mich auf die Klippe.“

(Khavaris Opfer in Griechenland)

Laut Behörden konnte sie sich deshalb retten,weil sie als passionierte Bergsteigerin wusste, wie sie beim Sturz ihren Kopf zu schützen habe, berichtet die „Daily Mail“. Dadurch konnte sie Hussein Khavari als Angreifer überhaupt erst identifizieren.

Der ewig 17-Jährige

Auch damals kamen Zweifel über die Richtigkeit der Angaben des kriminellen Flüchtlings auf. Es erschien den Ermittlern unwahrscheinlich, dass Hussein Khavari oder wie auch immer der Mann heißen mag, zum Tatzeitpunkt 2013 erst 17 Jahre alt gewesen sein soll. Allerdings konnten sie dies nicht widerlegen.

In einem Gerichtsprozess im Februar 2014 soll er zu zehn Jahren Haft verurteilt worden sein.

Die Angaben wurden inzwischen von Khavaris damaliger griechischer Anwältin Maria-Eleni Nikopoulou der dpa gegenüber bestätigt. Den Aussagen zufolge soll Khavari in einem Gefängnis für Minderjährige auf dem Festland untergebracht gewesen und nach eineinhalb Jahren auf Beschluss der Justiz unter Auflagen freigelassen worden sein, berichtete die „FAZ“.

Wie er nach Deutschland kam, kann ich nicht sagen.“

(Maria-Eleni Nikopoulou, Khavaris Anwältin in Griechenland)

Unklar ist, warum der Mann von der griechischen Justiz frühzeitig aus dem Gefängnis entlassen wurde und ob er eventuell aus Griechenland abgeschoben wurde.

Deutschland, November 2015

Im November 2015 reiste Hussein Khavari als minderjähriger unbegleiteter Flüchtling nach Deutschland ein. Seine Altersangabe jetzt: 16 Jahre. Auf die Anfrage des „Stern“ diesbezüglich wollte sich die Freiburger Polizei nicht äußern. Auch Hussein Khavari schweigt, sein Anwalt ebenso.

Zwei Flüchtlinge aus dem Nahen Osten beschrieben dem „Stern“ die bisher unbekannte Vorgeschichte des Afghanen. Beide hätten unabhängig voneinander auf Korfu Kontakt zu dem Mann gehabt. Ihre Angaben wurden durch weitere Recherchen gestützt. Der Redaktion des Magazins sollen Fotos vorliegen, die den Täter von Korfu zeigen sollen. Auf dessen rechter Brust ist ein Tattoo in Kerzenform sichtbar, dasselbe, welches auf einem Foto des mutmaßlichen Mörders von Maria Ladenburger auftaucht.

Die Anteilnahme am Tod von Maria ist nicht nur in Deutschland groß.

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