Gaffer-Abstrafer: Doch kein Verfahren gegen beherzten Feuerwehrmann Rudi H.

Der gefeierte Feuerwehrmann Rudi H. aus Waldaschaff in Unterfranken der verantwortungslose Gaffer nassspritzte, entgeht wohl einem Verfahren.

Ein schwerer Verkehrsunfall mit drei Toten im Kreis Aschaffenburg am Donnerstag, den 09.11.17 auf der A3. Die alarmierte Feuerwehr konnte keinen Verletzten mehr retten. Dann begannen Gaffer sogar Videos und Fotos vom Abtransport der Leichen zu machen.

Durch die Polizei bereits erfasst und gerügt, machten einige dennoch einfach weiter Filmchen. „Es ist in der Tat so, dass teilweise die LKW-Führer wirklich auch quer in dem Führerhaus drin lagen, um Bilder machen zu können“, sagte ein Sprecher der Polizei im br.

Das beherzte Einschreiten des Rudi H.

Dem Feuerwehrmann Rudi H. der vor Ort Brände verhindern sollte, platzte der Kragen. Er spritzte nicht nur die Unfallwagen ab, sondern machte auch kurzerhand die Gaffer nass, berichtete wizelife.

Hinterher kommentierte er pragmatisch, „Ich passe auf, dass nichts brennt. Und ich passe auf, dass keiner filmt.“ Die Polizei sah es nicht ganz so locker und es schwebte das Damoklesschwert der Strafverfolgung über Rudi H.

Das Polizeipräsidium in Unterfranken sagte: „Für die Unterbindung und Ahndung bei Verkehrsbehinderungen sind ausschließlich wir zuständig.“

Der Vorwurf „Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr!“ stand im Raum.

https://www.youtube.com/watch?v=WoifrOkAx9o

Später kam die offizielle Entwarnung der Behörden, Rudi H. wird wohl so davonkommen, im Gegensatz zu den Gaffern, die mit Sicherheit die Konsequenzen für ihr Verhalten tragen werden.

Breite Unterstützung für den Gaffer-Abstrafer

Tatsächlich hatten neben Respektsbekundungen bereits mehrere Medien und Promis angeboten, eine eventuelle Strafe für Rudi H. zu übernehmen.

Doch mit seiner Aktion hatte der Feuerwehrmann für viel Aufsehen gesorgt. Er wurde in den sozialen Netzwerken gefeiert und mit hunderttausenden „Likes“, Kommentaren und Herzchen überschüttet.

Gaffer, die Einsatzkräfte an ihrer Arbeit hindern und Rettungsgassen blockieren sind ein Problem, das leider jeden betreffen könnte.  Seit einer Gesetzesänderung kann für dieses Fehlverhalten ein Bußgeld verhängt werden, nebst Punkt in Flensburg. Es drohen Bußgelder zwischen 20 und 1.000 Euro und in schweren Fällen gar Haftstrafen.

Rudi H. wirft jetzt mit dem Lied „Gaff‘ nicht!“ ein Schlaglicht auf das Gafferproblem.

(aw)

Siehe auch:

Gaffer ermutigten Suizidgefährdeten in Baden-Baden zum Sprung in die Tiefe

ZDF: Studie zeigt riesige Dunkelziffer bei Übergriffen auf Rettungskräfte in Hamburg

Rettungsgassen-Sünder sollen künftig 320 statt 20 Euro zahlen

Obdachloser Navy-Veteran hört den Knall eines Unfalls – sofort zeigt sich sein Herz aus Gold

Feuerwehrmann hilft bei der Geburt eines Kindes auf dem Rücksitz eines Krankenwagens, später adoptiert er das Kind