Geheimer Militärkonvoi – 50 LKWs ohne Kennzeichen nahe Dresden gesichtet

Eine geheimnisvolle Militärkolonne von 50 LKWs wurde bei Dresden gesichtet. Der Konvoi hatte keine Hoheitskennzeichen erkennbar gemacht. "Ich wende mich an Sie, weil ich Angst um die Zukunft meiner Kinder habe, ich habe zwei Söhne im wehrdienstfähigen Alter, und wenn ich einen NATO-Transport dieser Größenordnung in Ostdeutschland beobachte, macht mir das enorme Sorgen", so die Meldung des Augenzeugen. Der ehemalige NVA-Offizier schickte Beweisfotos mit.

Der Augenzeuge, ein Autofahrer, der beruflich auf der A4 Richtung Görlitz unterwegs war, hatte sich an den russlandnahen Nachrichtensender RT gewandt und berichtet, dass er am Samstag, den 20. Februar eine merkwürdige Militärkolonne nahe Dresden beobachtet hatte.

Der Konvoi bestand aus 50 Lastwagen, die allesamt mit Planen abgedeckt waren und keinerlei Hoheitskennzeichen hatten. Der Augenzeuge vermutet eine schwere Beladung, da die Reifen der Fahrzeuge "eingedrückt" waren.

Foto: Von RT

Illegaler US-Waffentransport nach Ostdeutschland?

Ob es sich bei den Fahrzeugen um einen Transport der US-Army handelte ist offen. Allerdings habe es sich bei dem Führungswagen um einen Humvee gehandelt, was auf die US-Streitkräfte hinweise. Auch für amerikanische Militärtransporte sei es unüblich, ohne Kennzeichen durch deutsches Hoheitsgebiet zu fahren, so der Sender.

RT vermutet hinter dem Fehlen der Kennzeichnungen einen Versuch, den Zwei-plus-Vier-Vertrag zu umgehen. Dessen Artikel 5 Absatz 3 sehe vor, "dass ausländische Streitkräfte und Atomwaffen oder deren Träger in diesem Teil Deutschlands [die fünf neuen Bundesländer] weder stationiert noch dorthin verlegt werden können". [VERTRAGSTEXT]

Eine weitere Möglichkeit wäre ein Transport zum Truppenübungsplatz Oberlausitz bei Weisskeissel, dem viertgrößten Truppenübungsplatz Deutschlands. Hier übt die Bundeswehr und auch andere eingeladene Militärtruppen, Ende Februar gar die Streitkräfte Singapurs [HIER]. Dies wäre allerdings noch keine Erklärung für die fehlenden Kennzeichen der Fahrzeuge.

Miesau: Größtes US-Munitionslager außerhalb Amerikas

Die US-Army in Europa hatte am 20. Februar offiziel angekündigt: "In der größten Einzellieferung von Munition des letzten Jahrzehnts hat das 21. Logistikommando zwischen dem 17. und 18. Februar über 5.000 Tonnen Munition zum ‚Europäischen Munitionsdepot‘ in Miesau [Deutschland] geliefert."

Miesau im Landkreis Kaiserslautern, also in Rheinland-Pfalz, ist das größte Munitionslager der US-Army außerhalb der USA. Wie RT weiter berichtet, soll die Munition für das im Juni 2016 anstehende Nato-Großmanöver "Anakonda" in Polen bereitgestellt werden. Dazu werden 25.000 Soldaten aus 24 Nationen erwartet, unter anderem aus Deutschland, den USA, Großbritannien, der Türkei, sowie einigen ehemaligen Sowjetrepubliken wie Georgien, Estland und Lettland.

Die Bekanntmachung, die auf der offiziellen Webseite der US-Army stand, wurde vom Stabschef des US-Logistikkommandos weiter erörtert: "Diese entscheidende Lieferung wird uns helfen, weiterhin die NATO-Allianz zu unterstützen und die Tatsache, dass es sich dabei um die größte Einzellieferung der letzten zehn Jahre handelt, demonstriert unser ungebrochenes Engagement für die Verteidigung unserer Alliierten", so Oberst Matthew Redding.

Osterweiterung der Nato

Russland hatte mehrfach gegen die Ausweitung der Nato nach Osteuropa protestiert. Dies solle, wie einst ausgemacht, unterlassen werden, da es die Sicherheit ganz Europas gefährde.

Wie die österreichische "Krone" schreibt, hätten die Nato-Staaten erst kürzlich in Brüssel beschlossen, die Verteidigungsmaßnahmen an der Ostflanke der Allianz zu verstärken, um den russischen geopolitischen Machtbestrebungen entgegenzutreten. Dabei sei im Gespräch, pro Land 1.000 Bündnissoldaten zu stationieren. 

Als Standorte seien neben den baltischen Staaten Lettland, Estland und Litauen auch Polen, Bulgarien und Rumänien vorgesehen. Auch würden hier seit dem letzen Jahr regionale Hauptquartiere der Nato aufgebaut.

Weiterhin berichtet die "Krone" auf Basis der "gut informierten Militärseite ‚Stars and Stripes’" von insgesamt 415 Containern aus den USA. Dies solle im Zusammenhang mit der Osterweiterung der Nato stehen. Vorübergehend soll die Munition im Waffenlager in Miesau verbleiben. Über den genauen Inhalt der Container ist nichts bekannt. (sm)

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