Ifo-Chef über Kosten für Zuwanderung: „Es wird die Ärmsten treffen“

Die freie Zuwanderung werde den Sozialstaat "zwangsläufig lädieren", sagt der Ifo-Chef Sinn. Außerdem werden die Kosten für die Integration der Flüchtlinge in Deutschland "enorm" sein. Schätzungen belaufen sich auf 450 Milliarden Euro in den kommenden Jahren.

Der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hat vor Verteilungskämpfen zwischen Flüchtlingen und sozial schwachen deutschen Haushalten gewarnt. "Der Sozialstaat wird durch die freie Zuwanderung zwangsläufig lädiert", sagte Sinn dem "Tagesspiegel" (Montagsausgabe). 

Auf keinen Fall dürfe die Flüchtlingshilfe mit einer höheren Staatsverschuldung finanziert werden, warnt Sinn. Der Experte meint weiter: "Man wird Ausgaben kürzen müssen. Jedenfalls wird es wohl auch die Ärmsten treffen."

Dazu könnte eine Erhöhung des Pensionsantrittsalters kommen. Den Mindestlohn bezeichnete der Ifo-Chef als "ein Integrationshemmnis erster Güte".

Eine generelle Ausnahme vom Mindestlohn für Flüchtlinge lehnte er jedoch ab. "Man kann nicht nur Flüchtlinge ausnehmen. Dann würden sie die Einheimischen unterbieten und ihnen die Jobs wegnehmen." Stattdessen sollte für alle Berufsanfänger eine Ausnahme gemacht werden.

Die Kosten für die Integration der Flüchtlinge in Deutschland würden enorm sein. Allein 2016 rechnet Sinn mit etwa 21 Milliarden Euro – falls es bei einer Million Einwanderer bleibt.

Für die nächsten Jahre kommen noch weitere Ausgaben in der Höhe von mindestens 79 Milliarden Euro dazu. "Die seriösen Schätzungen gehen bis zu 450 Milliarden – je nachdem, wie gut oder schlecht sich die Flüchtlinge integrieren lassen", so der Ifo-Chef. Auch die Qualifikation der Flüchtlinge solle nicht überschätzt werden. "Deutsch können sie lernen. Schwieriger ist es, die lateinische Schrift zu lernen", meint Sinn und fügt hinzu: "In Afghanistan gibt es eine sehr hohe Quote von Analphabeten." (so)