Ifo-Chef über Kosten für Zuwanderung: "Es wird die Ärmsten treffen"

Epoch Times, Dienstag, 5. Januar 2016 09:47
Die freie Zuwanderung werde den Sozialstaat "zwangsläufig lädieren", sagt der Ifo-Chef Sinn. Außerdem werden die Kosten für die Integration der Flüchtlinge in Deutschland "enorm" sein. Schätzungen belaufen sich auf 450 Milliarden Euro in den kommenden Jahren.
Migranten in Deutschland
Migranten in Deutschland
Foto: CHRISTOF STACHE/Getty Images

Der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hat vor Verteilungskämpfen zwischen Flüchtlingen und sozial schwachen deutschen Haushalten gewarnt. "Der Sozialstaat wird durch die freie Zuwanderung zwangsläufig lädiert", sagte Sinn dem "Tagesspiegel" (Montagsausgabe). 

Anzeige

Auf keinen Fall dürfe die Flüchtlingshilfe mit einer höheren Staatsverschuldung finanziert werden, warnt Sinn. Der Experte meint weiter: "Man wird Ausgaben kürzen müssen. Jedenfalls wird es wohl auch die Ärmsten treffen."

Dazu könnte eine Erhöhung des Pensionsantrittsalters kommen. Den Mindestlohn bezeichnete der Ifo-Chef als "ein Integrationshemmnis erster Güte".

Eine generelle Ausnahme vom Mindestlohn für Flüchtlinge lehnte er jedoch ab. "Man kann nicht nur Flüchtlinge ausnehmen. Dann würden sie die Einheimischen unterbieten und ihnen die Jobs wegnehmen." Stattdessen sollte für alle Berufsanfänger eine Ausnahme gemacht werden.

Die Kosten für die Integration der Flüchtlinge in Deutschland würden enorm sein. Allein 2016 rechnet Sinn mit etwa 21 Milliarden Euro - falls es bei einer Million Einwanderer bleibt.

Für die nächsten Jahre kommen noch weitere Ausgaben in der Höhe von mindestens 79 Milliarden Euro dazu. "Die seriösen Schätzungen gehen bis zu 450 Milliarden - je nachdem, wie gut oder schlecht sich die Flüchtlinge integrieren lassen", so der Ifo-Chef. Auch die Qualifikation der Flüchtlinge solle nicht überschätzt werden. "Deutsch können sie lernen. Schwieriger ist es, die lateinische Schrift zu lernen", meint Sinn und fügt hinzu: "In Afghanistan gibt es eine sehr hohe Quote von Analphabeten." (so) 

Kommentieren

Werte Leserinnen und Leser!
Konstruktive Kommentare sind für uns alle ein Gewinn.
Es gab schon viele Zuschriften, von denen wir sehr profitiert haben und dafür möchten wir Ihnen danken. Wir freuen uns, wenn Sie mit uns gemeinsam die Kommentarfunktion schätzen und sich mit allzu rabiaten Äußerungen zurückhalten. Als Medium können wir die Nachrichtenlage nicht ändern. Aber wir können gemeinsam einen kühlen Kopf bewahren.


Anzeige