Innenministerium macht deutlich: Keine Ablehnung des Asylverfahrens wegen Falschangaben zur Herkunft

Die Anerkennungsrate für Flüchtlinge in Deutschland ist sehr hoch. Auch Falschangaben zur Herkunft beeinflusse das Asylverfahren nicht, gibt das Innenministerium bekannt. Es gehe lediglich darum, die Schutzbedürftigkeit der Menschen festzustellen.

Wenn die Schutzbedürftigkeit von einem Zuwanderer in Deutschland glaubhaft dargestellt werden kann, wird das Asylverfahren eingeleitet. Dabei spielt es keine Rolle ob der Flüchtling bei seiner Herkunft oder Identität falsche Angaben gemacht hat, gibt das Bundesinnenministerium bekannt.

Demnach wirken sich Falschangaben der Asylbewerber nicht notwendigerweise negativ auf ihr Asylverfahren aus.

"Die Frage der Schutzbedürftigkeit hat im Prinzip nichts, aber auch gar nichts damit zu tun, ob man jetzt unzutreffende Angaben gemacht hat", sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag in Berlin, berichtet "Focus-Online". Er fügte hinzu, dass lediglich der Antrag auf Schutz in Deutschland "in glaubhafter Weise" vorgetragen werden muss. 

Die Anerkennungsrate in Deutschland ist deshalb sehr hoch. Diese sinke nur dann, wenn sich ein Einwanderer so sehr in Lügen verstricke, dass man am Ende nur noch schwer einschätzen könne, ob seine Angaben zur Schutzbedürftigkeit stimmen oder nicht. "Aber jenseits einer solchen Konstellation hat es keine Auswirkungen", zitiert "Focus" den Sprecher.

Es gäbe immer wieder Einzelfälle bei denen es während des Gespräches offensichtlich werde, dass der Antragsteller nicht aus dem angegebenen Herkunftsland stamme. Es gibt Fälle wo einer erst sagt er komme aus Syrien, aber dann nach einem Serbisch-Dolmetscher verlangt, schreibt "Focus" unter Berufung auf das Innenministerium. Dies komme aber nicht flächendeckend vor. 

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) meinte kurz davor im Bundestag, dass die Regierung künftig strenger mit den Asylsuchenden umgehen wolle. Gegen diejenigen die "nur behaupten, Schutz zu brauchen, aber in Wahrheit aus anderen Gründen nach Deutschland kommen oder mit Tricks oder falschen Angaben ihren Aufenthalt in Deutschland zu verlängern versuchen" werde in Zukunft härter vorgegangen, so de Maizière. (so)