Jeder Dritte rechnet mit Altersarmut – in Offenbach gibt es die meisten armen alten Menschen

Knapp jeder dritte Deutsche, der noch keine Rente oder Pension bekommt, rechnet damit, später einmal von Altersarmut betroffen zu sein. Die meisten armen alten Menschen in Deutschland gibt es im hessischen Offenbach.

Knapp jeder dritte Deutsche, der noch keine Rente oder Pension bekommt, rechnet damit, später einmal von Altersarmut betroffen zu sein.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Infratest im Auftrag des Hessischen Rundfunks, die am Freitag veröffentlicht wurde. Demnach sind 37 Prozent der Befragten dieser Ansicht, 60 Prozent glauben das nicht.

Bei den jetzigen Rentnern und Pensionären sagen 15 Prozent, dass sie von Altersarmut betroffen sind – das sind fünfmal so viele wie in der offiziellen Statistik. Laut der bekommen knapp drei Prozent der Deutschen Grundsicherung und sind damit von Altersarmut betroffen. Weitere Ergebnisse der Umfrage: 88 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass alle Menschen in die gesetzliche Rente einzahlen sollten, auch Beamte und Selbstständige.

Elf Prozent sehen das anders. 63 Prozent finden das derzeitige System der gesetzlichen Rente ungerecht, 32 nicht. 65 Prozent finden es richtig (33 nicht), dass man über die Rente hinaus selbst für das Alter vorsorgen muss.

Altersarmut in Offenbach am größten

Die meisten armen alten Menschen in Deutschland gibt es im hessischen Offenbach. In der Stadt bekommen 8,6 Prozent der über 65-Jährigen Grundsicherung, berichtet der Hessische Rundfunk unter Berufung auf eine eigene Datenanalyse.

Nur wenig besser sieht es in Frankfurt am Main aus: Hier bekommen 8,55 Prozent der Menschen über 65 Jahre Grundsicherung, gefolgt von Saarbrücken mit 8,04 Prozent, Hannover mit 7,79 Prozent und Düsseldorf mit 7,67 Prozent.

Die Datenjournalisten haben für den Rentenreport auf der Basis der mittleren Verdienste im Jahr 2014 ausgerechnet, dass bei rund 50 Berufen das Einkommen nach 45 Jahren Vollzeitarbeit nicht für eine Rente über dem Grundsicherungsniveau ausreicht, zum Beispiel bei Wachpersonal oder Friseuren.

Wenn in den alten Bundesländern das mittlere monatliche Brutto-Einkommen unter 1.854 Euro liegt, rutscht man mit seiner Netto-Rente unter das Sozialhilfeniveau. Und bei fast 170 Berufen reicht das Einkommen nicht für eine gesetzliche Rente über der Armutsgefährdungsquote, zum Beispiel bei Kassiererinnen, Rettungshelfern oder Zahnarzthelferinnen, mit einem mittleren monatlichen Brutto-Einkommen von unter 2.387 Euro. (dts)

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