Jürgen Fritz: „Imad Karim ist mein Bruder, nicht Heiko Maas“

Das Facebook-Konto des Filmemachers und ehemaligen WDR-Journalisten Imad Karim wurde am Freitag komplett gelöscht. Er ist das bisher prominenteste Opfer des Zensurgesetzes. Gastautor Jürgen Fritz nimmt Bezug auf diesen Akt der Zensur und stellt fest, dass es zwei Sorten von Menschen gibt – zum einen die Freunde der Freiheit, zum anderen die Feinde der Freiheit.

Es gibt genau zwei Sorten von Menschen: Freunde und Feinde der Freiheit, Freunde und Feinde der Aufklärung, freie, autonome Bürger und solche, die freie, autonome Bürger unterdrücken wollen bzw. solche, die sich mit Freiheit und Autonomie überfordert fühlen und sie daher ablehnen.

Die halb Eingeschläferten und ihre Anästhesisten

Ich fürchte, sehr vielen ist noch immer nicht klar, um was es eigentlich geht, und einige werden es vielleicht auch nie kapieren, bis es dann irgendwann zu spät sein wird. Warum begreifen sie es nicht? Weil sie es – wahrscheinlich aus Bequemlichkeit oder innerer Korrumpiertheit – nicht begreifen wollen. Oder aber weil ihnen bildungsmäßig die Voraussetzungen fehlen, vor allem die philosophischen. Weil sie im Geiste keine Kinder der Aufklärung sind. Weil sie den Freiheitsbegriff nie wirklich verstanden haben oder ihm irgendwie fremd gegenüberstehen.

So wie die Figuren in höchsten Regierungs- und Staatsämtern, die doch tatsächlich meinen, die religiös-totalitäre grund- und menschenrechtswidrige Weltanschauung, die genau für das Gegenteil all dessen steht, würde zum Deutschland des 21. Jahrhunderts gehören. So wie die Figur in unserer aktuellen Regierung, die Facebook und alle anderen großen elektronischen Kommunikationsplattformen dazu zwingen will, Zensur zu üben bis zum Geht-nicht-mehr, die jede Fundamentalkritik an der besagten totalitären Weltanschauung und am eigenen Treiben mit Gewalt unterdrücken will. Sie alle sind Feinde der Aufklärung, Feinde der Freiheit, hier der freien Rede.

Imad Karim ist ein Kind der Aufklärung – Imad Karim ist mein Bruder

Imad Karim ist vor Feinden der Freiheit, vor Totalitaristen geflohen, ist nach Deutschland gekommen und hat die Freiheit, die wir hier über Jahrzehnte genießen durften, von Anfang an zu schätzen gewusst. Ja, er liebt sie. Er hat sich mit unserem Land, mit seiner Kultur, mit seiner Geschichte beschäftigt, hat begonnen, unser Land und unsere Kultur zu lieben. Imad Karim ist wie Hamed Abdel-Samad ein Kind der Aufklärung. Die beiden gehören zu uns und sie sind eine große Bereicherung.

Wo man geboren wurde, welche Hautfarbe man hat, welche Gene man in sich trägt, spielt dabei keine Rolle. Der Mensch ist im Gegensatz zum Tier kein rein biologisches, sondern vor allem auch ein geistiges und Kulturwesen. Imad Karim hat die deutsche Sprache erlernt und die europäische Kultur internalisiert. Mehr internalisiert als viele Mitglieder unserer aktuellen Regierung. Imad Karim ist ein Europäer. Imad Karim ist ein Kind der Aufklärung. Imad Karim ist mein Bruder.

Die Feinde der Aufklärung

Doch es gibt Menschen in unserem Land, Deutsche, die sich andere Brüder gesucht haben. Solche mit denen sie Geschäfte machen können. Solche, die in ihrem Innersten vor allen Dingen eines sind: Unterdrücker der Freiheit, Unterdrücker des freien, kritischen Denkens und Redens.

Und weil jene sich solche als Brüder ausgesucht haben und solche unter fadenscheinigen Begründungen („Humanität“, „Wir brauchen frisches, junges Blut“) millionenweise in unser Land schleusen wollen, müssen sie mich und meine Brüder bekämpfen, die das zu verhindern suchen, die das kritisieren, die sich nicht einschüchtern lassen und offen auf die Gefahren dieses Irrsinns und dieses Verrats hinweisen.

Der Verrat der Aufklärung, der Freiheit und des eigenen Volkes

Um es ganz klar und deutlich zu sagen: Womit wir es hier zu tun haben, ist nichts Geringeres als der Verrat der Errungenschaften der Aufklärung, der Verrat an der Freiheit, der Verrat an der freien Rede und freien Entfaltung der Persönlichkeit, der Verrat am eigenen Volk, dem diese Grund- und Bürgerrechte ganz langsam in homöopathischen Dosen Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr, Jahrzehnt für Jahrzehnt immer mehr entzogen werden sollen, bis zum Schluss kaum noch etwas davon übrig ist.

Martin Sellner über Imad Karim – und was er über Migranten gesagt hat:

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