Kardinal Meisner im Alter von 83 Jahren gestorben – Bis zuletzt kämpfte er gegen den Reformkurs von Papst Franziskus

Der frühere Erzbischof von Köln Kardinal Joachim Meisner ist tot. Er sei während seines Urlaubs in Bad Füssing gestorben, sagte ein Sprecher des Erzbistums Köln. Meisner wurde 83 Jahre alt. Er war ein entschiedener Gegner von Papst Franziskus Reformkurs.

Der langjährige Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meisner, ist tot. Meisner starb am Mittwoch während seines Urlaubs in Bad Füssing, wie das Erzbistum Köln mitteilte. Der wegen seiner betont konservativen Haltung streitbare Theologe wurde 83 Jahre alt.

Meisner war ab 1980 zunächst Bischof von Berlin und wurde 1983 Kardinal. 1989 wurde er Erzbischof von Köln und behielt dieses Amt 25 Jahre lang bis zum Jahr 2014. Er lebte zuletzt nach wie vor in der Domstadt. Immer wieder hatte Meisner gesagt, er habe nie nach Köln gewollt. Bei seiner Emeritierung sagte er dann versöhnlich: „Da wo man nicht hin will, da ist man richtig“.

Meisner war gegen den Reformkurs von Papst Franziskus

Meisner sorgte mit seinen scharf formulierten Beiträgen etwa gegen das Frauenpriestertum oder die Abschaffung des Zölibats Bundesweit für Aufmerksamkeit.

Bis zuletzt kämpfte er gegen den Reformkurs von Papst Franziskus. Ende November 2016 erschien ein Brief von ihm und drei weiteren Kardinälen, in dem er Zweifel am Schreiben „Amoris laetitia“ und der Ehe-Lehre von Papst Franziskus bekundete. Dass wiederverheiratete Geschiedene in Einzelfällen zur Kommunion zugelassen werden dürfen, traf bei Meisner auf entschiedenen Widerspruch.

Meisner mischte sich intensiv in gesellschaftliche Debatten ein. Entschieden wandte er sich auch gegen Abtreibung oder die Beihilfe zur Selbsttötung. Wiederholt forderte er die CDU auf, das „C“ aus ihrem Namen zu streichen – etwa, als diese sich in der Abtreibungsfrage gegen die Haltung der katholischen Kirche stellte. (afp/so)