Koalitions-Ende: Wahl-Hammer trifft SPD hart – Schlechtestes Ergebnis seit Bestehen der Bundesrepublik

Sicherlich hatte die SPD mit realistischer Einschätzung der Lage einiges erwartet. Doch mit dieser Bundestagswahl straften die Wähler die Sozialdemokraten historisch ab. SPD-Chef Martin Schulz zog die Konsequenz und beendete die Große Koalition.

Das offizielle vorläufige Wahlergebnis der Bundestagswahl 2017 wurde vom Bundeswahlleiter am frühen Morgen des 25. September 2017 um 5.25 Uhr bekannt gegeben.

Bei einer Wahlbeteiligung von 76,2 Prozent – knapp fünf Prozent über der Beteiligung an der Bundestagswahl 2013 (71,5 %) – und einer bei ein Prozent liegenden ungültigen Zweitstimmenzahl (2013: 1,3 %), hieß es am Ende:

  • CDU: 26,8 %(2013: 34,1 %)
  • SPD: 20,5 %(2013: 25,7 %)
  • AfD: 12,6 %(2013: 4,7 %)
  • FDP: 10,7 %(2013: 4,8 %)
  • DIE LINKE: 9,2 %(2013: 8,6 %)
  • GRÜNE: 8,9 %(2013: 8,4 %)
  • CSU :6,2 %(2013: 7,4 %)
  • Sonstige: 5,0 %(2013: 6,2 %)

Wahlkatastrophe für die SPD

Dieses Ergebnis bedeutet nicht nur für die CDU und die CSU das schlechteste Ergebnis seit der Bundestagswahl 1949. Für die SPD war es gar das schlechteste Ergebnis aller Bundestagswahlen jemals. Noch nie waren die Sozialdemokraten so schwach bei einer Bundestagswahl.

Demnach stehen auch die beiden großen Koalitionäre Union und SPD als große Verlierer dieser Wahl da. Doch was sagt das über eine mögliche neue Regierungsbildung aus?

Die SPD will und kann nicht mehr mit der Union. Bundesvize Stegner sagte am Montag im „Bayerischen Rundfunk“:

Das war ein eindeutiges Votum der Wähler gegen die Große Koalition.“

(Ralf Stegner, SPD, Bundesvize)

Zudem will die SPD laut Stegner der AfD nicht die Oppositionsführung überlassen und geht deshalb wohl diesen Weg.

Dann dauerte es auch nicht mehr lange und die Bestätigung dessen kam durch Parteichef Martin Schulz, wie „NTV“ berichtet.

Es ist völlig klar, dass der Wählerauftrag an uns der der Opposition ist.“

(Martin Schulz, SPD-Bundesvorsistzender)

Auch dem ZDF gegenüber machte Schulz deutlich, wohin die SPD seiner Meinung nach gehöre:

Wir sind die Partei der Opposition.“

(Martin Schulz)

In seiner Rede im Willy-Brandt-Haus sprach Schulz von einem „schweren und bitteren Tag für die deutsche Sozialdemokratie“. Zugleich wolle Schulz Parteichef der SPD in der Opposition bleiben. Deshalb werde er im Dezember auf dem Parteitag wieder als Parteivorsitzender antreten.

„Wir werden den Oppositionsauftrag der Wähler annehmen“, sagte auch Fraktionschef Thomas Oppermann. Auch für ihn scheint jetzt völlig klar, wohin die SPD gehöre:

Der Platz der SPD ist in der Opposition.“

(Thomas Oppermann, SPD-Fraktionschef im Bundestag)

Oppermann sprach zugleich von der „schwersten Niederlage seit 1949“. Doch da irrt sich Oppermann angesichts der diesjährigen 20,5 Prozent offenbar: Selbst 1949 hatte die SPD mit 29,2 Prozent mehr Stimmanteile, so „Wikipedia“ in einer Zusammenstellung aller Bundestagswahlen.

Manuela Schwesig formulierte es noch einmal direkter:

Für uns endet heute die Große Koalition.“

(Manuela Schwesig, SPD-Bundesvize)

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