Kölner Imam dementiert Aussage „Frauen seien an Silvester-Übergriffen selbst Schuld“

Die Frauen seien selber schuld an den sexuellen Übergriffen in Köln, soll der Kölner Imam gegenüber dem russischen Sender REN TV gesagt haben. Diese Aussagen seien aber aus dem Zusammenhang gerissen worden. In Wirklichkeit habe er etwas ganz anderes gesagt.

Nach den Übergriffen zu Silvester in Köln machte der Kölner Salafist Sami Abu-Yusuf mit einer umstrittenen Aussage auf sich aufmerksam.

Die Übergriffe seien von den Frauen provoziert worden, weil sie halbnackt herumliefen und sich parfümieren würden. Also würden sie selbst die Verantwortung für die sexuellen Belästigungen tragen, sagte Abu-Yusuf in einem Interview mit dem russischen Sender REN TV. 

"Es ist nicht überraschend, dass die Männer sie attackiert haben. Sich so anzuziehen, ist wie Öl ins Feuer gießen", so der Imam. 

Der Bundestagsabgeordnete Volker Beck ist nun gegen diese Äußerung vorgegangen: Der Grünen-Politiker stellte eine Strafanzeige gegen den Salafisten. Das bestätigte Beck dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Der Politiker sagte, der Imam würde zu Straftaten anstiften.

"Das Schreckliche an einer solchen Äußerung ist doch: So ein Wirrkopf bringt alle anderen Muslime in Verruf", erklärte Beck.

Der Salafist steht bereits seit längerem unter Beobachtung des Verfassungsschutzes, berichtet die Leipziger Volkszeitung. Abu-Yusuf  ist der Imam der Al Tauhid Moschee in Köln-Kalk und predigt dort salafistische Ansichten. Diese Moschee werde als salafistisch-extremistisch eingeschätzt.

Kölner Imam: Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen

Nach den Vorwürfen gegen den Imam Abu-Yusuf hat der Kölner Express ihn mit seinen Aussagen konfrontiert. Seiner Ansicht nach wurden diese aus dem Zusammenhang gerissen dargestellt. Was er eigentlich gesagt habe, war etwas ganz anderes, nämlich, dass man große Probleme mit Nord-Afrikanern in Köln habe. Die jungen Männer hätten Tabletten oder Drogen genommen. In der Silvesternacht hätten sie Alkohol getrunken und waren enthemmt. 

Das sei aber kein Grund Frauen zu belästigen. "Das ist natürlich verboten", sagt Abu-Yusuf. Dennoch wären Frauen leicht bekleidet und hätten Parfüm getragen, als sie durch die betrunkene Menge liefen. Das sei für einige Nord-Afrikaner Anlass gewesen, die Frauen zu begrapschen. Das heiße aber nicht, dass er glaube, Frauen dürften sich so nicht kleiden. Und wem das nicht passt, der muss in ein anderes Land gehen. Das ist die Wahrheit.

Dennoch müsse der Imam jetzt, wegen der Strafanzeige des Grünen-Politikers Volker Beck, mit Konsequenzen rechnen. (so/dk)