Lambsdorff kritisiert Ungarns Flüchtlingspolitik scharf: Merkel soll „Vasallentreue“ zu Orbán aufgeben

"Es ist höchste Zeit, dass Kanzlerin Merkel und die CDU ihre Vasallentreue zu ihrem Freund Viktor Orbán aufgeben und ihn deutlich hörbar zur Ordnung rufen", sagte Lambsdorff den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Der Vizepräsident des EU-Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff (FDP), hat von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein deutliches Signal gegenüber dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán gefordert: „Es ist höchste Zeit, dass Kanzlerin Merkel und die CDU ihre Vasallentreue zu ihrem Freund Viktor Orbán aufgeben und ihn deutlich hörbar zur Ordnung rufen“, sagte Lambsdorff den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Er kritisierte die geplante Festsetzung von Flüchtlingen in Ungarn scharf: „Ungarn trampelt einmal mehr auf Völker- und EU-Recht, vor allem aber auf einfachsten Grundsätzen der Menschlichkeit herum“, sagte Lambsdorff. Er äußerte grundsätzliches Verständnis für Bemühungen, die weitreichenden Folgen der Flüchtlingskrise unter Kontrolle zu bringen.

Die in Ungarn ergriffenen Maßnahmen „schießen aber meilenweit über das Ziel hinaus“. „Eine Internierung zahlloser Menschen, insbesondere von Frauen und Kindern, in geschlossenen Lagern, nur weil sie Flüchtlinge sind, ist menschenunwürdig und widerspricht europäischen Werten.“ (dts)

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