Landgericht Dortmund: 28-facher versuchter Mord – Prozess gegen BVB-Bomber beginnt im Dezember

Das Schwurgericht am Landgericht Dortmund hat entschieden, die Hauptverhandlung im Dezember zu eröffnen. Geschmackloserweise versuchte die linksextremistische Antifa-Organisation noch in der Nacht des Anschlags diesen für ihre politischen Ziele zu missbrauchen ...

Die 39. Große Strafkammer des Landgerichts Dortmund wird am 21. Dezember den Prozess um das Attentat auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund am Abend des 11. April 2017 eröffnen. Dies teilte das Gericht am heutigen Freitag mit. In der Anklageerhebung vom 1. September heißt es:

Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat gegen den 28-jährigen deutschen Staatsangehörigen Sergej W. Anklage wegen – jeweils tateinheitlich begangen – eines aus Habgier, heimtückisch und mit gemeingefährlichen Mitteln begangenen versuchten 28-fachen Mordes (§ 211, 22, 23 StGB), des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion (§ 308 Abs. 1-3 StGB) sowie gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen (§ 224 Abs. 1 Nr. 2, 5 Abs. 2 StGB) erhoben.“

(Dr. Thomas Jungkamp, Pressedezernent, Landgericht Dortmund)

Bei einem Schuldspruch droht dem 28-Jährigen eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Tathergang am 11. April 2017

Wie das Landgericht mitteilte, soll der Angeschuldigte in der Zeit vom 09.04.2017 bis in die frühen Abendstunden des 11.04.2017 nahe des Hotels „L’Arrivee“ in Dortmund drei selbst gebastelte Sprengsätze über 12 Meter hinweg in einer Hecke versteckt und gezündet haben.

Die fernzündbaren Sprengsätze sollen jeweils mit maximal 1 kg einer Wasserstoffperoxid-Brennstoff-Mischung sowie mindestens 65 in Epoxidharz eingeschlossenen Metallbolzen mit einem Durchmesser von 6 mm und einer Länge von 74 mm und einem Gewicht von jeweils 16 g als Splitterbelegung bestückt gewesen sein.“

(Landgericht Dortmund)

Zum Zeitpunkt der Zündung befanden sich 18 Lizenzspieler des BVB sowie acht Personen aus dem Trainer- und Betreuerstab im Bus. Der mittlere der im Abstand von fünf bis sechs Metern installierten Sprengsätze entfaltete nicht die volle Wirkung, da er zu hoch angebracht worden war. Einige Metallbolzen des vorderen und des hinteren Sprengsatzes durchschlugen jedoch Scheiben des Busses.

Bei den Explosionen wurden ein vorausfahrender Polizist durch ein Knalltrauma und der Abwehrspieler Marc Bartra durch einen Metallbolzen verletzt.

Der Bus war auf dem Weg zum Stadion, in dem das Champions-League-Spiel gegen den AS Monaco stattfinden sollte. Das Spiel wurde auf den nächsten Tag verlegt. Der BVB verlor im Signal-Iduna-Park mit 2:3, doch das war schon fast Nebensache.

Skrupellose Habgier als Motiv

Anfangs hatte die Bundesanwaltschaft den Fall wegen Terrorverdacht an sich gezogen, gab diesen dann aber wieder an die Dortmunder Staatsanwaltschaft zurück.

Mit dem Angriff durch die Sprengsätze bezweckte der Angeklagte, die Aktie des BVB zum Absturz zu bringen.

Einige Tage vor der Tat soll der Angeschuldigte kreditfinanziert mehrere hochrisikobehaftete Finanzgeschäfte (96.000 Put-Optionen, 36.600 Short-CFD-Kontrakte und 1.000 Knock-out-Optionsscheine) im Volumen von insgesamt 44.300,00 € getätigt haben, bei denen er auf einen fallenden Kurs der BVBAktie gewettet haben soll.“

(Landgericht Dortmund)

Mit der Hebelwirkung der Spekulationsprodukte hätte der Attentäter laut Staatsanwaltschaft einen maximal möglichen Gewinn von 506.275 Euro erzielen können.

Zudem wurde bekannt, dass Sergej W. möglicherweise weitere Attentate geplant hatte. Wie der „WDR“ berichtet, soll er dazu weitere Ziele gesucht haben, um Wetten auf Kursverluste zu platzieren. Die Annahme beruht auf Hinweisen, die Ermittler auf dem Computer des Angeklagten fanden.

 

Antifa versuchte Anschlag zu benutzen

Noch in der Nacht des Anschlags versuchte die linksextremistische Antifa-Organisation politisches Kapital aus dem Anschlag zu schlagen.

Siehe: „Antifa: „Wir haben den Bus des BVB mit eigens angefertigten Sprengsätzen attackiert“ – Bekennerschreiben wieder gelöscht

Die Extremistengruppe bekannte sich auf der inzwischen verbotenen Webseite linksunten.indymedia.org auf niederträchtige Weise zu dem Anschlag:

Wir haben heute den Bus des BVB mit eigens hierfür angefertigten Sprengsätzen attackiert. Der Bus ist hierbei ein Symbol für die Politik des BVB, die sich nicht genügend gegen Rassist_innen, Nazi_nnen und Rechtspopulist_innen einsetzt. Im Gegenteil dürfen seit Jahren auch Mensch_innen mit einer menschenverachtenden Gesinnung ins Stadion, anstatt lokale Antifaschist_innen zu Rate zu ziehen, um solches Gedankengut aus dem Stadion zu verbannen.

Der Bus war hierbei nur ein Symbol und keinesfalls waren die Spieler_innen Ziel dieser symbolischen Tat, jedoch auch sie taten in der Vergangenheit zu wenig für eine antifaschistische Stadionszene.

Kein Fußbreit den Faschist_innen!
Antifa heißt Angriff!
Deutschland verrecke!“

(Bekennerschreiben der Antifa-Organisation)

Der Beitrag wurde später wieder entfernt.

Siehe auch:

 

 

 

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