Lewandowski: Berichte über Kindesmissbrauch und Selbstmord

Offenbar hat derehemalige Bundesligatrainer Sascha Lewandowski Selbstmord begangen. Ein mögliches Motiv könnten Ermittlungen gegen ihn wegen Kindesmissbrauchs sein. Lewandowski wurde vergangene Woche bei einer Polizeikontrolle angetrunken und mit einem 12-jährigen Jungen im Wagen angehalten und vorläufig festgenommen. Offiziell Stellungnahmen von Polizei und Staatsanwaltschaft gibt es nicht.

Nach letzten Meldungen der "Bild" wurde der Ex-Bundesligatrainer am vergangenen Freitag bei einer Fahrzeugkontrolle im Dortmunder Bahnhofsviertel mit 0,88 Promille angehalten.

Dabei sei er in Begleitung eines 12-jährigen Jungen bulgarischer Herkunft gewesen. Beide sollen anschließend auf der Wache ärztlich untersucht worden sein.

Lewandowski wurde erkennungsdienstlich behandelt und vernommen. Seine Kleidung zur Spurensicherung sichergestellt. Offenbar wurden auch Taschentücher gefunden, die zur Untersuchung gesichert wurden, so "Bild".

Der Zeitung "Der Westen" schreibt dazu:

"Das deckt sich mit Informationen unserer Redaktion, die noch weit drastischer sind. Von den Behörden werden diese offiziell nicht bestätigt, die Quellen sind jedoch glaubwürdig: Lewandowski fuhr demnach mit seinem Auto im Dortmunder Bahnhofsviertel. Er kennt sich dort aus, weil er in der Westfalenmetropole aufgewachsen ist. Die Polizei stoppte ihn, mit im Auto saß ein zwölf Jahre alter Junge. Offenbar hegten die Beamten den Verdacht eines sexuellen Missbrauchs. Sie nahmen Lewandowski fest, die Nacht zum Samstag soll er im Polizeigewahrsam verbracht haben."

Was danach geschah

Wie das Blatt weiter schreibt, wäre möglicherweise die Beweislage nicht eindeutig gewesen, da von der Staatsanwaltschaft kein Haftbefehl beantragt wurde, wie in anderen Fällen von sexuellem Missbrauch an Kindern unter 14 Jahren.

Demnach kam Lewandowski nach einigen Stunden wieder frei, hatte aber danach einen heftigen Streit mit seiner mehrjährigen Lebensgefährtin, der WDR-Radioreporterin Anne van Eickels, erfuhr die WAZ, in Konsequenz dessen er die Nacht zum Sonntag im Hotel verbrachte.

Die Partnerin reiste dann beruflich nach Paris ins EM-Studio und Lewandowski kehrte in die Wohnung zurück. Dort habe er einen Abschiedsbrief geschrieben und sein Testament verfasst. Anschließend habe er sich getötet.

Die "Bild" berichtete gestern, dass Lewandowski am Mittwochnachmittag um 15.45 Uhr von der Polizei in seiner Wohnung in Bochum aufgefunden wurde. Am Donnerstag bestätigten die Beamten den Tod. Eine Obduktion der Leiche wurde von der Staatsanwaltschaft beantragt und soll in der kommenden Woche stattfinden.

Angehörige sollen am Mittwoch die Polizei informiert haben, weil Lewandowski nicht ans sein Handy ging. Diese öffnete zusammen mit der Feuerwehr die Wohnung. An der mit Klebeand abgedichteten Badezimmertür soll ein Zettel geklebt haben, dass man den Raum nicht betreten solle, da Lebensgefahr wegen Kohlenmonoxid bestehe.

Offizielles Schweigen

Die WAZ schreibt: "Offiziell bestätigt ist all das nicht. Denn die Polizei in Bochum, die am Donnerstagmorgen noch den Tod des 44-Jährigen bestätigt hatte, darf seitdem nichts mehr sagen. Auskunft darf nur noch die Staatsanwaltschaft geben."

Doch die schweigt. Wie Staatsanwalt Andreas Bachmann offiziell sagte, gebe er keine Auskunft in einem laufenden Verfahren. Man müsse erst einmal ermitteln, ob Lewandowski tatsächlich durch Selbstmord aus dem Leben schied. 

Auch eine Nachfrage im Justizministerium in Düsseldorf erbrachte nichts. Der Sprecher des Justizministers Thomas Kutschaty, Marcus Strunk, erklärte lediglich: "Wir verbreiten keine Gerüchte. Und wenn der Verdächtige tot ist, gibt es kein Ermittlungsverfahren mehr, um Vorwürfe aufzuklären."

Im März trat der Fußballtrainer des Zweitligisten Union Berlin wegen eines Burn-outs zurück, so die offizielle Mitteilung des Vereins, veröffentlicht auf Wunsch Lewandowskis. (sm)