Nach „Aktenzeichen XY“: Zuschauerhinweise auf Sextäter vom Hamburger Silvester-Mob (Video)

Ein großes Zuschauerecho fand die Sendung von "Aktenzeichen XY" zu den Sex-Mob-Attacken in der Silvesternacht in Hamburg. Hierbei kam es zu 236 Strafanzeigen. Es gab 393 weibliche Opfer von Übergriffen. Bisher wurden erst drei Täter in Untersuchungshaft festgesetzt. Mit Hilfe der TV-Fahndung sollten drei Täter gefunden werden, die eine 19-jährige und zwei 20-jährige Frauen sexuell genötigt und vergewaltigt hatten. Die Opfer hatte auf einer Übersichtsaufnahme aus der Großen Freiheit die Männer als Täter erkannt.
Foto: Quelle: ZDF

Da die Ermittlungen des Landeskriminalamtes bislang nicht zur Identifizierung der Tatverdächtigen führten, genehmigte das Amtsgericht Hamburg eine Öffentlichkeits-Fahndung. Die Polizei bat die Zuschauer der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY… ungelöst" um Mithilfe bei der Fahndung nach den Tätern. Für Hinweise auf die Ergreifung der Täter ist jeweils eine Belohnung von 2.000 Euro ausgesetzt.

In der Sendung vom 10.02.2016 [ZDF, Akte XY] wurden die Täter "vorgestellt". Es gab eine große Zuschauerreaktion. Mehrere Anrufer glaubten, die Männer erkannt zu haben, so eine Sprecherin des Senders am heutigen Donnerstag. Eine Sprecherin der Hamburger Polizei sprach lediglich von drei Hinweisen bis zum Morgen. Zweimal wurde auf Einrichtungen in Hamburg hingewiesen, wo sich mindestens einer der Männer aufgehalten haben soll, so die "Bild".

Siehe auch:

Geraubte Handys gefunden: Erste erfolgreiche Durchsuchung zu den Sex-Mob-Attacken

Fall 1:

Eine 19-jährige junge Frau

[Fahndung:160203-8.]

Tatort/-zeit: Hamburg-St. Pauli, Große Freiheit, 01.01.2016, 00:45 Uhr

Täter 1: Dunkle Jacke, graue Kapuze, goldener Ring an rechter Hand (Ringfinger)
Täter 2: Graues "NY"-Cappy, beruckter Kapuzenpullover, Jacke mit Fellbesatz an der Kapuze

Fall 2:

Zwei 20-jährige junge Frauen

[Fahndung:160126-4.]

Tatort/-zeit: Hamburg-St. Pauli, Große Freiheit, 01.01.2016, 00:05 – 00:30 Uhr, Höhe Lokal "Superfly"
Täter 3: Dunkle Jacke, grauer Schal mit Fransen bzw. Tuch mit feinem, schwarzen Karomuster

Die Ermittlungsgruppe zu den Sex-Attacken zu Silvester in Hamburg beim Landeskriminalamt bittet um Hinweise unter 040/4286-56789

Sendungsmitschnitt, die entspechende Zeit: Die ersten fünf Minuten.

Rechtliche Voraussetzungen für Fernsehfahndungen

Bereits zur ersten Sendung haben sich das ZDF und die Strafverfolgungsbehörden über die Grenzen der Fahndung verständigt. Es wurden Grundsätze gefasst, die sechs Jahre später von den Justizministern des Bundes und der Länder durch eine Verfügung bestätigt wurden. Diese bildet bis heute die wesentliche rechtliche Grundlage für eine Fahndung in XY. (Quelle: ZDF)

Fahndung gegen Unbekannt: Es sind lediglich die Fakten der Tat, aber nicht der Täter bekannt. Es muss sich um schwere Straftaten handeln, beispielsweise Kapitalverbrechen wie Mord, Raub, fortgesetzter Betrug, räuberische Erpressung, Geiselnahme, Vergewaltigung und anderes). Die Polizei hat alle anderen Möglichkeiten bereits ausgeschöpft. Es besteht die Möglichkeit, dass bisher unbekannte Zeugen Angaben zu den Ermittlungen machen können.

Fahndung nach einem Tatverdächtigen: Es wurde ein Tatverdächtiger ermittelt. Die Polizei hat ein Foto, meist auch einen Namen. Es muss sich um schwere Straftaten handeln oder es liegt ein internationaler Haftbefehl vor. Bei einer Festnahme im Ausland wird die Auslieferung durch die zuständige Staatsanwaltschaft beantragt. Die Polizei hat alle anderen Möglichkeiten bereits ausgeschöpft.

Die Fälle werden nur auf Ersuchen der Polizei/Staatsanwaltschaft in die Sendung aufgenommen. (sm)

An Silvester wurden in vielen deutschen Städten Frauen und Mädchen sexuell attackiert: