Monopolkommission: Emissionshandel soll auf Verkehr und Wärme ausgeweitet werden – Energiewende wird dadurch günstiger

Der Handel mit Emissionszertifikaten soll auf den Verkehrssektor und die Wärmeproduzenten ausgeweitet werden. Dazu sollen die Netzentgelte in Regionen mit einer schlechten Netzanbindung steigen, in Regionen mit guter Anbindung sinken. Auf diese Weise könnte die Energiewende kostengünstiger gemacht werden, meinte die Monopolkommission der Bundesregierung.

Regional angepasste Netzentgelte und eine Ausweitung des Emissionshandels auf den Verkehrs- und den Wärmesektor könnten die Energiewende kostengünstiger machen. Zu diesem Ergebnis kommt die Monopolkommission der Bundesregierung in ihrem am Freitag vorgestellten Sondergutachten „Energie 2017“. Für ihre Vorschläge zur Energiewende erhielt sie von Seiten der Energiewirtschaft weitgehend Zuspruch. Monopole auf dem Energiemarkt stellte die Kommission nicht fest.

Schwerpunkt des Sondergutachtens, das die Monopolkommission alle zwei Jahre erstellt, war die Energiewende. Bei ihren Vorschlägen ging es dem aus fünf Wirtschaftsexperten bestehenden Beratergremium darum, sowohl die Treibhausgase, als auch die Kosten der Energiewende zu begrenzen.

Als wichtigstens Instrument zur Senkung des Kohlendioxidausstoßes schlug die Kommission vor, den Handel mit Emissionszertifikaten auf weitere Sektoren auszuweiten. Anstelle von Subventionen für klimafreundliche Technologien solle langfristig eher der Ausstoß von CO2 mit einem wirksamen Preis belegt werden.

Die Experten schlugen vor, den Verkehrssektor und Wärmeproduzenten in das bestehende europäische Handelssystem einzubinden, weil es dort viele Kopplungen mit dem Energiesektor gebe. Diese Vorschläge befürworteten der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) sowie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Außerdem würde der Ausbau der Erneuerbaren Energien nach Ansicht der Kommission effizienter, wenn neue Anlagen dort gebaut werden, wo bereits ausreichend Stromnetze vorhanden sind. Deshalb sollten die Netzentgelte in Regionen mit schlechter Anbindung steigen, in Regionen mit guter Anbindung sinken. Der VKU teilte mit, der Vorschlag sei „zu kurz gesprungen“. Es brauche eine umfassende Reform des Systems der Netzentgelte.

Die Marktmacht der vier großen Energieversorger EnBW, Eon, Vattenfall und RWE fiel 2016 laut Gutachten auf 54 Prozent. 2014 lag sie noch bei 62 Prozent. Wie der BDEW mitteilte, kann jeder Haushalt im Bundesschnitt zwischen 115 Strom- und 90 Gaslieferanten wählen. (afp)

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