Mord-Prozess an alter Dame in Untergriesheim – Am Tatort fand man Arabische Symbole, schwarze Magie und „It’s payback time“

Wenige Stunden nach dem Mord an einer Rentnerin in Untergriesheim ersuchte der muslimische Angeklagte Zuflucht in einer Kirche in Neuenstein. Dort versteckte er sich unter einer Kirchenbank. Er fragte den Geistlichen, ob es in der Gemeinde "eine ältere Frau" gebe, bei der er übernachten könne. Vielleicht suchte er bereits ein weiteres Opfer. Der Pfarrer traute ihm nicht so ganz, fuhr ihn jedoch aus Nächstenliebe in eine Notunterkunft. Auch dort gab er an, dass er in einer christlichen Familie untergebracht werden möchte. Drei Tage später wurde er in seiner Öhringer Asylunterkunft festgenommen. Im Zimmer fanden die Ermittler eine große Tasche voll mit diversen Schmuckstücken ...

 

Vor Gericht lässt der pakistanische Mann im blauen Jogginganzug von seinem Dolmetscher „wirre Ausführungen über schwarze Magie“ vortragen und beschwert sich, wie ihn die Angehörigen der Ermordeten anschauen.

Islamistische Schwarze Magie?

Nach wie vor bestreitet Abubaker C. (27) aus Pakistan, in der Nacht zum 19. Mai 2016 eine 70-jährige Rentnerin nachts im Schlaf in ihrem Bett erwürgt und Schmuck und Geld gestohlen zu haben.

An die Wände im Haus schrieb der Täter arabische Zeichen mit überwiegend religiösen Inhalten, vermutlich mit einem roten Edding, und den Satz:

It’s payback time.“

(Worte am Tatort)

Am Morgen nach der Tat, traf die Polizei gegen 7.45 Uhr am Ort des Verbrechens ein. Das lokale „Echo24“ berichtete:

Mir fiel sofort das etwa zehn Zentimeter lange Kreuz in der Hand des Leichnams auf.“

(Kriminaloberkommissar)

Laut „SWR“ werde in dieser Woche ein Religionswissenschaftler vor Gericht die arabischen Zeichen erklären. Der Sender berichtete zudem, dass der Mord vermutlich aus religiösen Gründen verübt wurde.

Familie schlief zur Tatzeit im Haus

Der Schwiegersohn des Opfers wohnt mit seiner Familie im Stockwerk unter den Schwiegereltern. Niemand hätte mit seiner Schwiegermutter Streit gehabt, sie sei wenig ausgegangen, harmonisch gewesen und habe immer ein Lächeln im Gesicht gehabt. Sie sei bekennende Christin gewesen. Seit dem Mord lebt die Familie des 48-Jährigen in Angst:

Dass jemand nachts in den Wohnbereich eindringt und Leute umbringt – das ist sowas von abartig! Meine Kinder können nicht mehr allein in ihrem Zimmer schlafen. Verarbeitet haben wir die Ereignisse noch lange nicht. Es wird nie mehr, wie es war.“

(Schwiegersohn, im selben Haus wohnend)

Aggressiver Angeklagter vor Gericht

Vor Gericht trat der 27-jährige Mordverdächtige extrem aggressiv auf, fällt dem Richter immer wieder ins Wort, will auch mal was sagen und vollführt ausschweifende und wirr wirkende Reden. Zudem kündigte er Rachemorde an, sobald er wieder in Freiheit sei. Er nannte dabei die Namen von vier Männern, welche die wahren Mörder gewesen seien.

Egal ob er nun zehn oder 20 Jahre im Gefängnis bleiben müsse, er werde sie anschließend umbringen.

Erdrückende Indizien: DNA, Beute und Handyortung

„Die Staatsanwaltschaft wirft dem Pakistani muslimischen Glaubens vor, die Rentnerin getötet zu haben, weil sie aus seiner Sicht eine Ungläubige war und um sie auszurauben“, berichtete die „Heilbronner Stimme“ zusammenfassend aus der Anklageschrift.

Die Auswertung der GPS-Daten des Handys des 27-Jährigen bewiesen, dass sich das Smartphone in der Tatnacht zwischen 1.51 Uhr und 1.54 Uhr mehr als drei Mal mit dem Google-Account eingeloggt hatte, genau an der Adresse des Tatorts in Untergriesheim. Dies belegte die Standortauswertung der Satellitendaten. Beim Prozessauftakt versicherte der Asylbewerber, dass er sein Handy nie aus der Hand gegeben habe, unterstrich der Richter das wichtige Detail. Zudem sei das Handy mehrere Male in der Tatnacht in entsprechenden Sendemasten eingebucht gewesen, die das Netz um Untergriesheim abdecken.

Doch der Angeklagte streitet vehement ab. Er sei nie in Untergriesheim gewesen oder habe die Frau auch nicht umgebracht.

In seinem Zimmer im Wohnheim in Öhringen wurde eine größere Tasche entdeckt. Darin befanden sich 28 Armbänder, 30 Halsketten, 34 Ohrstecker, 18 Ringe und sechs Broschen. Zudem mehrere Haarspangen und vieles mehr, berichtet der „SWR“. Wie „Echo24“ berichtet, wurden bei der Durchsuchung auch verdächtige Schriftstücke in arabischer Sprache gefunden: „Die Welt ist anders geworden, weil ich keinen Wert mehr habe“ oder aber: „Ich habe in dieser Welt nichts erreicht und ich möchte alles vergessen“. Dann eine Entdeckung, die direkt wieder mit dem Mordfall zu tun hat. Auf einem der Zettel steht der selbe englische Spruch, wie ihn die Polizei an der Schlafzimmerwand im Haus der 70-Jährigen gefunden hatte: „It’s Payback-Time.“

Am Nachmittag des 4. Prozesstages wurde das DNA-Gutachten dem Vorsitzenden Richter Roland Kleinschroth vorgelegt. Der Täter hatte die alte Dame in jener Nacht mit einem Schal gefesselt und dabei seine DNA-Spuren hinterlassen. Ebenso fanden sich seine Spuren an dem Telefonkabel, mit dem die Seniorin erdrosselt wurde. Dann steckte er der Toten ein Kreuz zwischen die gefesselten Hände. Auch daran wurden seine DNA-Spuren gefunden, so die „HSt“.

Asylbewerber: Komplott gegen ihn

Doch auch an dieser Stelle leugnete der Angeklagte und stritt alles ab: Er bezeichnete die DNA-Spuren als Fälschungen eines gegen ihn laufenden Komplotts. Auch seien die am Tatort gefundenen Fingerabdrücke in Deutschland leicht zu fälschen.

Und die Tasche mit dem Schmuck? Wie der „SWR“ berichtet, sagte der Angeklagte, dass er mit der Bahn von Neckarsulm zum Heilbronner Hauptbahnhof gefahren sei und dort eine Tüte mit dem entsprechenden Inhalt gefunden habe. Allerdings wurde in dem Zimmer auch das Smartphone des Ehemanns der Ermordeten gefunden.

Entgegen seinen früheren Aussagen sei er 1989 auch nicht in Pakistan, sondern in Saudi Arabien geboren worden, ein genaues Datum könne er aber nicht nennen.

Zudem forderte er einen anderen Richter und dass der Prozess nur im Beisein von arabischer und pakistanischer Presse fortgesetzt werden dürfe. Der Richter forderte die Anwälte des Angeklagten daraufhin auf, ihn über die Vorgehensweise an deutschen Gerichten aufzuklären.

Stunden nach Tat in Kirche versteckt

Der evangelische Pfarrer von Neuenstein entdeckte am 19. Mai 2016 gegen 18 Uhr einen Asylbewerber aus Pakistan unter einer Kirchenbank liegend. Er war nur leicht bekleidet und der Geistliche wollte ihm helfen. Der Flüchtling erzählte auf Englisch etwas von einem Königreich, aus dem er komme und dass er immer draußen übernachte, weil Gott im helfe. Dann fragte er den Pfarrer, ob es in der Gemeinde „eine ältere Frau“ gebe, bei der er übernachten könne, was der Pfarrer verneinte.

Ich habe ihm nicht getraut.“

(Neuensteiner Pfarrer vor Gericht)

Zudem habe der Asylbewerber ausweichend und mit vagem Zeug geantwortet, so der Zeuge vor Gericht. Der Pfarrer fuhr ihn aus Mitgefühl zu der noch offenen Notunterkunft nach Schwäbisch Hall. Der Mann habe nicht aggressiv, sondern eher psychisch angeschlagen gewirkt – eine rätselhafte Begegnung sei es gewesen, berichtet die „Heilbronner Stimme“.

Im Asylheim angekommen wollte der neue Gast sogleich irgendwo Zigaretten kaufen gehen, was die Hausmeisterin wegen der späten Stunde untersagte. Er habe ihr dann sogar Geld für Zigaretten angeboten. Die Frau sah sechs 50-Euro-Scheine in seinem Geldbeutel, fragte aber nicht nach, woher er so viel Geld habe.

Gottes Stimme gehört

Am nächsten Tag wurde mit dem Asylbewerber seine Unterbringung abgeklärt. Dazu traf er sich mit einem Sozialarbeiter der Erlacher Höhe. Im Gespräch erklärte der Mann, Gottes Stimme gehört zu haben und dass diese ihm gesagt habe, was er zu tun habe. Er bat darum, in einer christlichen Familie untergebracht zu werden, weil es im Asylheim wegen seines Glauben Konflikte gebe.

Der Sozialarbeiter fand die Aussagen des Muslimen „auffällig“, aber nicht alarmierend. Die Verhandlung wird fortgesetzt, das Gericht erwartet ein Urteil bis Ende Februar.

Der Prozess gegen den pakistanischen Asylbewerber begann am 20. Januar 2017.

Siehe auch:

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