Müller: Flüchtlingsfamilien im Irak und Syrien zusammenführen – nicht in Deutschland

Flüchtlingsfamilien aus Syrien und dem Irak sollten aus Sicht von Entwicklungsminister Gerd Müller nicht in Deutschland zusammengeführt werden.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat sich anstelle eines Familiennachzugs in Deutschland für eine Zusammenführung von Flüchtlingsfamilien in Krisenregionen wie Syrien und dem Irak ausgesprochen.

„Wir leisten humanitäre Hilfe in Syrien und Wiederbauhilfe im Irak“, sagte Müller dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

Es ist möglich, Menschen, die hier subsidiären Schutz genießen, im Irak mit ihren Familien wieder zusammenzuführen. Auch in nicht umkämpften Regionen Syriens muss dies geprüft werden.“

Die Debatte über den Familiennachzug werde verkürzt geführt. „Ich vermisse Unterstützung der deutschen Parteien für die Verstärkung der Hilfen für Familien in den Krisengebieten. In den Lagern in Syrien, Irak, Libanon und auch in Griechenland herrschen katastrophale Zustände“, so Müller weiter.

„Die deutsche Innenpolitik scheint das nicht zu berühren, obwohl genau hier der Ausgangspunkt der Probleme liegt. Vor der Situation der Familien in den Kriegs- und Krisengebieten werden die Augen verschlossen.“

Müller sagte, in Deutschland gebe es riesige Integrationsprobleme.

„Wer mit Bürgermeistern spricht, weiß: Es fehlt an Wohnungen, Betreuungsangeboten und Lehrern“, so der CSU-Politiker weiter. „Bevor wir über weiteren Familiennachzug nachdenken, müssen diese Probleme erst gelöst werden.“

Der Minister wies darauf hin, dass in der Bundesrepublik bereits jetzt rund 450.000 anerkannte Asylbewerber mit uneingeschränktem Recht auf Familiennachzug gebe. (dts/dpa)

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