Nach Festnahme von Serien-Vergewaltiger: Tübingens OB Palmer (Grüne) fordert Zwangs-DNA-Test für Flüchtlinge

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer nimmt in vielen Belangen kein Blatt vor den Mund, auch nicht in der Flüchtlingspolitik. Dafür bekam der Grünen-Politiker parteiintern schon ordentlich Gegenwind. Jetzt fordert der praxisnahe Rathauschef einen Zwangs-DNA-Test für Flüchtlinge, bereits wenn ein Verdachtsfall vorliegt. Hintergrund dafür ist der Fall eines Serien-Vergewaltigers aus Gambia.

Die Staatsanwaltschaft und das Kriminalkommissariat Tübingen ermitteln derzeit gegen einen in Tübingen wohnhaften, 21-jährigen Asylbewerber aus Gambia wegen des dringenden Verdachts der Vergewaltigung und der versuchten Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

Der Flüchtling wurde vergangene Woche Mittwoch, 5. Juli, in Untersuchungshaft genommen.

Der Mann aus Afrika soll von Mai 2015 bis Februar 2017 in Tübingen zwei Frauen vergewaltigt haben und es in zwei weiteren Fällen versucht haben.

OB Palmer fordert Zwangs-DNA-Tests

In allen vier Fällen wurde die DNA des Täters an den Frauen sichergestellt. Das Amtsgericht ordnete auf Antrag der Staatsanwaltschaft DNA-Screenings an, wie „Tag24“ berichtet. Da dies auf freiwilliger Basis geschah, rutschte der mutmaßliche Täter durch das Raster.

Dann erkannte ihn aber eine Frau wieder und zeigte ihn an. Die Ermittler hatten nun eine Spur. Nach anfänglichem Leugnen gab der Mann dann doch eine Speichelprobe ab und wurde überführt: Bei allen vier Frauen war seine DNA gefunden worden.

Nun fordert Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) die zwangsweise Abgabe eines DNA-Tests von männlichen Flüchtlingen im Verdachtsfall.

In solch gravierenden Fällen sollte eine Pflicht zur Abgabe einer Speichelprobe angeordnet werden können, wenn die Täterbeschreibung hinreichend konkret ist. Das war hier der Fall.“

(Boris Palmer, OB Tübingen)

Ein Verdacht und der DNA-Test

Im Zuge der Ermittlungen ergab sich ein Verdacht gegen den 21-jährigen Mann aus Gambia, dessen Wohnung am 13. März 2017 durchsucht wurde. Der Beschuldigte gab jedoch an, einvernehmlich mit der Frau verkehrt zu haben.

Nach Untersuchung der angeordneten Speichelprobe stellten die Kriminaltechniker vom LKA Stuttgart fest, dass die DNA mit weiteren Sexualstraftaten aus dem Jahre 2015 übereinstimmte. Auch die damaligen Täterbeschreibungen passten auf den 21-Jährigen.

Die Kriminalpolizei prüft nun, ob der Beschuldigte noch für weitere, ähnlich gelagerte Taten in Betracht kommt. Entsprechende Ermittlungen sind im Gange.“

(Josef Hönes, Polizeisprecher, PP Reutlingen)

Vier bekannte Taten des Gambia-Mannes

01. Mai 2015, früher Freitagmorgen: Der Beschuldigte sprach im Bereich des Lustnauer Tors eine 33-Jährige an, begleitete sie nach Hause. In der Wohnung der Frau forderte er dann als Gegenleistung Sex. Die Frau lehnte ab, worauf der Mann sie bedrängte. Nach heftiger Gegenwehr der Frau ließ der Täter von ihr ab und flüchtete aus der Wohnung.

24. Mai 2015, Sonntagmorgen, 5 Uhr: Eine 33-jährige Frau war auf dem Heimweg von der Tübinger Innenstadt in Richtung Lustnau. Auf Höhe der Taxizentrale in der Wilhelmstraße lauerte ihr der Täter auf. Zunächst sprach er sie auf Deutsch an und begleitete sie ein Stück des Weges. Plötzlich jedoch stieß er sie zu Boden und vergewaltigte sie.

11. Oktober 2015, Sonntagmorgen, 5.30 Uhr: Auf ihrem Heimweg in der Tübinger Innenstadt führte der Weg einer 22-Jährigen durch den Botanischen Garten. Plötzlich sprang ein dunkelhäutiger Mann aus dem Unterholz nahe dem Spielplatz, packte die junge Frau am Hals und zerrte sie in ein Gebüsch. Zeugen wurden auf den Angriff aufmerksam, sodass der Mann die Flucht ergriff.

24. Februar 2017, Freitagabend: Eine 35-jährige Frau ging mit dem Tatverdächtigen zunächst freiwillig in seine Wohnung in einer Tübinger Asylunterkunft. Dort vollzog der junge Gambier dann gegen ihren Willen den Geschlechtsverkehr.

Realistische Flüchtlingspolitik

Palmer ist davon überzeugt, dass der Tatverdächtige dann nicht erst nach zwei Jahren gefunden worden wäre, wenn gleich ein verpflichtender DNA-Test für den verdächtigen Personenkreis in Tübingen angeordnet worden wäre.

Nach meiner festen Überzeugung ist Schutz vor Übergriffen von Asylbewerbern teil einer humanen Flüchtlingspolitik. Die Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen hängt von diesem Schutz ab.“

(Boris Palmer, Grüne)

Siehe auch:

Witten: Nach Angriff von Syrer-Mob auf Zivilstreife – Polizei sucht Foto-/Videomaterial – Beamter wollte Mädchen in Not helfen

Herzberg: Gelungene Integration gescheitert, Frau schwer verletzt – Syrischer Vorzeige-Flüchtling greift Chefin mit Rasiermesser an

Linz-Morde: Empörung über schweigende Gesellschaft – „Ist das alles, was in Österreich zu einem politisch motivierten Doppelmord diskutiert wird?“