Oppermann will Flüchtlingslager in Afrika: Nicht im Mittelmeer mit der „Menschenrettung“ beginnen

"Wenn wir mehr Menschen retten wollen, dürfen wir nicht erst auf dem Mittelmeer damit beginnen", so SPD-Fraktionschef Oppermann mit Blick auf die Flüchtlingskrise.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann hat sich für Anlaufstellen für Flüchtlinge bereits in Afrika ausgesprochen.

„Wenn wir mehr Menschen retten wollen, dürfen wir nicht erst auf dem Mittelmeer damit beginnen“, sagte Oppermann am Freitag „Zeit Online“. „Wir brauchen sichere Orte auch südlich der nordafrikanischen Länder.“

Dort sollten Flüchtlinge medizinisch versorgt und nach Ansicht Oppermanns bereits beraten werden, „ob sie überhaupt eine Chance haben, nach Europa zu kommen und welche Alternativen es möglicherweise für sie auch in anderen afrikanischen Ländern gibt“.

Anfang der Woche hatte bereits der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) gefordert, Flüchtlinge sollten „nicht in Italien sitzen“, sondern „möglichst schon außerhalb der EU Ansprechpartner finden“.

Nach Oppermanns Vorstellung soll es ein „Netzwerk“ sicherer Orte geben, „unter der Regie des UN-Flüchtlingswerks und möglichst entlang der Fluchtrouten, auch in Ländern wie Niger und – mit Einschränkungen – Mali“. Auch den Krisenstaat Libyen als möglichen Standort schloss Oppermann nicht aus: „Wenn sich die Lage in Libyen irgendwann politisch stabilisiert hat, dann vielleicht auch eines Tages in Libyen. Derzeit ist das nicht möglich“, sagte er. (afp)