Paracelsus-Kliniken stellen Insolvenzantrag – 5.200 Mitarbeiter betroffen

Die Paracelsus-Kliniken sind zahlungsunfähig, der Betreiber hat einen Insolvenzantrag gestellt. So hätten einzelne Standorte "erhebliche Verluste" geschrieben. Der Betrieb laufe aber an allen Standorten weiter und die Versorgung der Patienten sei gesichert.

Die Paracelsus-Kliniken sind zahlungsunfähig: Der Krankenhaus-Betreiber hat nach eigenen Angaben am Donnerstag beim Amtsgericht Osnabrück einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt.

Grund für diesen Schritt sei, dass einzelne Standorte „erhebliche Verluste“ geschrieben hätten und damit die gesamte Klinikgruppe „in finanzielle Schieflage“ geraten sei, erklärten die Kliniken. Der Betrieb laufe aber an allen Standorten weiter und die Versorgung der Patienten sei gesichert.

Von der Insolvenz sind etwa 5.200 Mitarbeiter in 40 Einrichtungen an 23 Standorten betroffen, erklärten die Kliniken. Deren Löhne und Gehälter seien aber über das Insolvenzgeld abgesichert, hieß es in der Unternehmensmitteilung. Der Gesamtbetriebsrat unterstützt demnach „den eingeschlagenen Weg in vollem Umfang“.

Der Marburger Bund kritisierte die Informationspolitik des Konzerns. Die Beschäftigten kurz vor Weihnachten in eine „emotionale Ausnahmesituation zu versetzen und über die Zukunft ihres Arbeitsplatzes im Ungefähren zu lassen“, sei unverantwortlich, erklärte der Verband.

Die Gewerkschaft Verdi warf den Kliniken Managementfehler vor. Es sei das erste Mal, dass ein Klinikkonzern Konkurs anmelden müsse, beklagte die Gewerkschaft. Bei den Paracelsus-Kliniken bestehe ein Strukturproblem, es gebe zu viele Fachabteilungen in den Kliniken, hieß es. Außerdem seien in der Vergangenheit Investitionen versäumt worden. (afp)