Reformationstag könnte in Niedersachsen dauerhaft Feiertag werden

In Niedersachsen könnte der Reformationstag am 31. Oktober dauerhaft gesetzlicher Feiertag werden. Eine entsprechende Verständigung zeichnet sich zwischen Ministerpräsident Stephan Weil und CDU-Chef Bernd Althusmann ab.

In Niedersachsen könnte der Reformationstag am 31. Oktober dauerhaft gesetzlicher Feiertag werden. Eine entsprechende Verständigung zeichnet sich nach einem Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ vom Samstag zwischen Ministerpräsident Stephan Weil und CDU-Chef Bernd Althusmann ab. Unterdessen gab es auch Forderungen, den 31. Oktober bundesweit als Feiertag festzuschreiben.

„Ich plädiere sehr dafür, dass wir den Reformationstag nicht nur im Jubiläumsjahr, sondern dauerhaft zu einem Feiertag machen“, sagte Weil der „HAZ“. Er und Althusmann führen in Niedersachsen derzeit Gespräche über eine mögliche große Koalition. Zum Reformationstag sagte der Ministerpräsident, er wünsche sich, „dass möglichst viele Menschen den Tag nutzen zum interreligiösen Dialog“. Beide Politiker kündigten Gespräche über die Feiertagssituation mit Kirchen, Parteien und Wirtschaft an. Althusmann wies dabei dem Bericht zufolge darauf hin, dass es in Niedersachsen verglichen mit süddeutschen Ländern bisher sehr wenige Feiertage gebe.

Normalerweise ist der Reformationstag bisher nur in den ostdeutschen Bundesländern Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen gesetzlicher Feiertag, in einigen Bundesländern gibt es zudem Sonderregeln für Schulen. Wegen des 500. Jahrestages der Reformation wurde der 31. Oktober für das Jahr 2017 allerdings in allen Bundesländern zum Feiertag erklärt.

Seither gibt es auch in weiteren Ländern Forderungen, dies dauerhaft festzuschreiben. Laut einer am Sonntag veröffentlichten Emnid-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ sprachen sich 57 Prozent der Befragten dafür aus, den Reformationstag künftig bundesweit zum gesetzlichen Feiertag zu erklären. 32 Prozent lehnten dies ab.

Positiv dazu äußerte sich der Ratspräsident der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. Zunächst freue er sich, dass es für 2017 eine bundesweite Regelung gebe, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben), aber „wenn es nun Stimmen aus der Politik gibt, das beizubehalten, bin ich natürlich nicht unglücklich darüber“. Er hob hervor, der Reformationstag sei „ein Tag der Freiheit“.

Für einen zusätzlichen bundesweiten Feiertag am 31. Oktober plädierte auch die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann. Sie begründete dies unter anderem damit, dass „beispielsweise die deutsche Sprache erst durch Luthers Übersetzung der Bibel entstanden ist“ und das Schulsystem, die Bildung für alle, „durch die Reformatoren ins Leben gerufen wurde“. Insofern präge die Reformation mit ihren Auswirkungen bis heute das Land und die Gesellschaft.

Der Reformationstag erinnert an den Anschlag von 95 Thesen durch Martin Luther an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg. Dies gilt als Beginn der Reformation. (afp)

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