Schülerinnen verschwiegen Sexattacken aus politischer Korrektheit

Immer wieder sind Schülerinnen in letzter Zeit in der Strassenbahn und in Bussen sexuell belästigt worden. Lange hatten sie geschwiegen. Nun vertrauten sich die Mädchen aus Kassel ihrer Lehrerin an.
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SymbolfotoFoto: SAUL LOEB / AFP / Getty Images
Epoch Times10. Juni 2016

Schon seit längerem wurden Schülerinnen aus Kassel von Südländern in Bussen und in der Tram bedrängt. Nach Angaben der Mädchen fassten die Männer ihnen an Po, Brust und in den Schritt – machten obszöne Gesten und beschimpften sie mit "Huren", berichtet die "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" (HNA).

Warum die Schülerinnen bis jetzt geschwiegen haben, beschreibt eines der Opfer mit den Worten: "Wir möchten nicht, dass Flüchtlinge diskriminiert werden, wir möchten keine Menschen pauschal beschuldigen und auf keinen Fall böses Blut schüren." Die politische Korrektheit der Schülerinnen habe sie dem Blatt zufolge gelähmt.

Mädchen der Herderschule erzählen, die Männer seien besonders häufig zu Schulbeginn und Schulschluss unterwegs und fahren mit den Tramlinien 4 und 8 und den Buslinien 18 und 19.

"Sieben Männer kamen auf mich zu"

Sieben Männer seien an einem Tag an einer Bushaltestelle auf sie zugekommen, berichtet eine der Schülerinnen, so HNA. "Dabei haben sie ‘Frau, Frau, Frau’ gerufen. Das empfand ich schon als sehr bedrohlich." Ein bekanntes Szenario, wie andere Schülerinnen bestätigen. 

Kaum ein Tag verginge ohne Belästigungen, berichten drei junge Frauen, Ute Ochs vom Verein "Kasseler Hilfe". Sie ermutigte die Schülerinnen, Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten. "Diese Belästigungen darf man nicht stillschweigend dulden, man muss sie öffentlich machen", so Ochs.

Besonders dreist sei das Verhalten der teilweise viel älteren Männer, die die jungen Frauen auf dem Weg nach Hause verfolgen. Erst als ihr Vater aus dem Haus getreten sei, "habe sich der Mann verzogen", erzählt eine der Schülerinnen.

Die betroffenen Mädchen meiden nun so oft es geht öffentliche Verkehrsmittel. Auch sei das Schweigen in der Schule nun gebrochen und ein Austausch mit anderen Schülerinnen habe begonnen.

Migrationsstrom brachte sexualisierte Gewalt

"Ja, wir habe mit den Flüchtlingen leider auch ein Riesenpaket sexualisierter Gewalt von Männern mit dazubekommen", so Steffi Burmester, Sprecherin des Arbeitskreises "Gemeinsam gegen sexuelle Gewalt aktiv". 

Die Täter kämen zumeist "aus Kulturkreisen mit einem anderen Frauenbild, sie sind allein und suchen nach einer Zeit der Flucht, der Angst und Erniedrigung unter Umständen so männliche Bestätigung". Was jedoch keine Entschuldigung für diese Taten sein könne, betonte Burmester. "Die Übergriffe müssen öffentlich gemacht werden." (dk)



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