Schulz pocht auf zweites TV-Duell: Merkels „Verweigerungshaltung“ geht gegen Interesse der Wähler

SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz pocht auf ein zweites TV-Duell mit Bundeskanzlerin Angela Merkel – und das trotz ihrer Absage. Merkel würde mit ihrer "Verweigerungshaltung" das Interesse der Menschen in Deutschland missachten, argumentiert der SPD-Politiker.

Trotz der Absage von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) pocht SPD-Herausforderer Martin Schulz weiter auf ein zweites TV-Duell. Schulz sagte am Donnerstag im Südwestrundfunk, er würde gern mit Merkel über die im ersten Duell zu kurz gekommenen Themen Digitales, Renten und Bildung diskutieren. Mit ihrer „Verweigerungshaltung“ missachte die Kanzlerin das Interesse der Menschen in Deutschland.

„Die Sender wollten zwei Duelle. Ich wollte zwei Duelle. Wer zwei Duelle nicht wollte ist Angela Merkel“, sagte Schulz. Dies lasse die Kanzlerin schlecht aussehen. Dabei habe die CDU-Chefin selbst beklagt, dass im ersten Duell am 3. September zu wenig über Digitalthemen diskutiert worden sei.

Auch wenn in Umfragen eine Mehrheit die Kanzlerin als Siegerin des einzigen TV-Duells sah, glaubt Schulz, dass er besser abgeschnitten habe. „Angela Merkel hat gesehen, dass sie in die Defensive geraten ist und große Mengen an Menschen haben gesehen, dass Angela Merkel in der Lage ist, in wenigen Minuten ihre Positionen zu verändern“, sagte er.

Der SPD-Kanzlerkandidat hatte in einem Brief an Merkel ein zweites TV-Duell gefordert. Aus der CDU kam aber postwendend eine Absage. „Angela Merkel hat gerne an einem TV-Duell teilgenommen“, hieß es am Mittwoch aus der Parteizentrale in Berlin. Das bisherige Format mit nur einem Duell habe sich aber bewährt. „Und dabei belässt sie es“, hieß es weiter mit Blick auf die Kanzlerin. (afp)

Mehr dazu:

Merkel „kneift“: Stegner wertet Duell-Absage Merkels als „Armutszeugnis“

Merkel lehnt zweites TV-Duell mit Schulz ab

„Jederzeit“ bereit: Schulz fordert von Merkel zweites TV-Duell