Seehofer: So kam es zu der umstrittenen Aufteilung der Ministerien

CSU-Chef Horst Seehofer hat einen tieferen Einblick in die entscheidende Verhandlungsnacht über die große Koalition gegeben. Mehrere Verhandler seien während der Gespräche eingeschlafen, er selbst habe Mandarinen geschält.

CSU-Chef Horst Seehofer hat einen tieferen Einblick in die entscheidende Verhandlungsnacht über die große Koalition gegeben. Mehrere Verhandler seien während der Gespräche eingeschlafen, sagte Seehofer Donnerstagabend im Bayerischen Fernsehen. „Da gab’s manche, die schon länger abgeschaltet haben, und andere in dem berühmten Sekundenschlaf.“ Namen wolle Seehofer aber nicht nennen.

In der Zeit von 16.00 Uhr nachmittags bis sechs Uhr morgens sei nur über die Frage der Verteilung der Ministerien gesprochen worden, berichtete Seehofer in dem Sender weiter. Während dieser nervenzerrenden Phase habe er viele überhaupt nicht mehr angetroffen. „Die gingen in andere Räume und haben sich auf den Boden gelegt“, berichtete Seehofer. Minister hätten sich auf die Böden der CDU-Zentrale zum Schlafen gelegt und auch ranghöhre Teilnehmer – „Ministerpräsidenten zum Beispiel“.

Er wolle sich selbst nicht als „Übermensch“ darstellen, habe aber keine Schwierigkeiten gehabt, sagte der 68-Jährige. Die anstrengenden Phasen des stundenlangen Anschweigens habe er mit dem Schälen von Obst überbrückt. „Ich habe dann gerne eine Mandarine oder eine Orange geschält, weil das wenigstens eine Betätigung war, ohne dass man begründen muss.“

Die ganze Nacht sei es so gegangen. Es sei aber eine „sehr, sehr spannende Situation“ gewesen, wenn ein Koalitionspartner wie die SPD sagt, ohne die drei Schlüsselministerien Außen, Finanzen sowie Arbeit und Soziales gehe er nicht in eine Koalition. „Das müssen Sie ernst nehmen.“ Ungefähr um sechs Uhr in der Früh hätten alle gewusst, so kann es nicht weiter gehen. Am Ende sei es dann zu der innerhalb der CDU so umstrittenen Aufteilung der Ministerien gekommen. (afp)

 

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