Studie bestätigt: Gewalt und Kriminalität durch Flüchtlingszuzug gestiegen

In einer Studie zur "Entwicklung der Gewalt in Deutschland" wurde erstmals ein Anstieg von Gewaltstraftaten offiziell bestätigt. Untersucht wurden dabei auch die Ursachen von Flüchtlingskriminalität und was dagegen unternommen werden kann.

In einer Studie „Zur Entwicklung der Gewalt in Deutschland“ untersuchten die Kriminalwissenschaftler Christian Pfeiffer, Dirk Baier und Sören Kliem in den vergangenen beiden Jahren den in Deutschland laut Polizeilicher Kriminalstatistik festgestellten Anstieg von Gewaltstraftaten.

Ihr Schwerpunkt lag hierbei auf Jugendliche und Flüchtlinge als Täter und Opfer. Die Untersuchung fand im Auftrag des Bundesfamilienministeriums statt.

Im Bundesland Niedersachsen gehen die Autoren weiter in die Tiefe und stellen hier einen Zusammenhang zum Flüchtlingszuzug fest: Zwischen 2014 und 2016 stieg die Zahl polizeilich registrierter Gewalttaten in Niedersachsen demnach um 10,4 Prozent – zu 92,1 Prozent sei diese Zunahme Flüchtlingen zuzurechnen.

Buchautor Frank Haubold recherchierte im letzten Jahr ebenfalls akribisch zum Thema Flüchtlingskriminalität. Auch er stellte eine erhöhte Kriminalitätsrate unter Asylsuchenden fest, die bisher aber nie öffentlich diskutiert wurde. Er schreibt: Bereits in der Gesamtübersicht fällt die dominierende Rolle afrikanischer Herkunftsländer bei der auf die Bevölkerung normierten Zahl der Tatverdächtigen auf. Auf den ersten sieben Plätzen schiebt sich nur Albanien dazwischen. Alarmierend ist die Zahl für Algerien, die besagt, dass innerhalb nur eines Jahres 52 Prozent aller in Deutschland lebenden Algerier als Tatverdächtige registriert wurden. Aber auch die Einwanderer aus den anderen Maghreb-Staaten liegen mit Werten von 13 bis 18 Prozent um ein Vielfaches höher als die Einheimischen, deren Anteil an Tatverdächtigen bei knapp 2 Prozent liegt.

Haubold gibt gleichzeitig zu bedenken, dass ein Problem solcher Kriminalstatistiken sei, dass zumeist verschwiegen oder verschleiert werde, auf welchen Personenkreis sie sich überhaupt beziehen würden. Das sei insbesondere im Bereich der Zuwanderer/Asylbewerber hochproblematisch, zumal das BKA inzwischen selbst zugibt, dass seine Statistiken und Lagebilder „Tatverdächtige mit positiv abgeschlossenem Asylverfahren“ (das sind nach Ansicht von Experten ca. 600.000 Personen) nicht enthalten würden.

Kein Wunder

Für die Autoren der neuesten Studie ist eine erhöhte Straffälligkeit unter den Asylsuchenden nicht verwunderlich. In ihrer Ursachenforschung stellen sie fest, dass es sich bei einem spürbaren Anteil der Flüchtlinge um junge Männer in der Altersspanne handele, in der Menschen verstärkt straffällig seien.

Außerdem geben die Autoren zu bedenken, dass Gewaltdelikte von Flüchtlingen aus unterschiedlichen Gründen mindestens doppelt so oft angezeigt würden wie die deutscher Täter. Eine weitere Rolle spiele die Unterbringung von Flüchtlingen unterschiedlicher Herkunft und Religion in beengten Unterkünften, was Gewalt begünstige.

Bei einem Drittel der Opfer handele es sich um andere Flüchtlinge. Bei 90 Prozent der Tötungsdelikte, in denen Flüchtlinge als Verdächtige ermittelt wurden, seien andere Flüchtlinge oder Ausländer Opfer gewesen. Ebenso sei dies bei drei Viertel der schweren Körperverletzungen, die von Flüchtlingen verübt worden seien. Weniger straffällig waren demnach Menschen, bei denen die Autoren gute Zukunftschancen in Deutschland sehen.

Ein wichtiger Aspekt des Problems sei, dass Flüchtlinge in Deutschland häufig in Männergruppen lebten – ohne Partnerin, Mutter, Schwester oder andere weibliche Bezugsperson, wie es in der Studie heißt. „Überall wirkt sich negativ aus: der Mangel an Frauen“, sagt Kriminologe Pfeiffer dazu. Dieser Mangel erhöhe die Gefahr, dass junge Männer sich „an gewaltlegitimierenden Männlichkeitsnormen orientieren“, heißt es in der Studie. Pfeiffer hält die Idee des Familiennachzugs deshalb für „nicht dumm“.

Als Mittel gegen Gewalttaten von Flüchtlingen mahnen Kriminologen eine bessere Prävention an. Unter anderem solle es bessere Angebote wie etwa Sprachkurse, Sport und Praktika sowie Betreuungskonzepte für junge Flüchtlinge geben, empfehlen die Kriminalwissenschaftler.

Die Wissenschaftler halten außerdem ein Einwanderungsgesetz für sinnvoll, in dem klar geregelt ist, unter welchen Bedingungen Ausländer eingebürgert werden können. „Das schafft für sie einen starken Anreiz, sich engagiert um die Erfüllung der Einwanderungsvoraussetzungen zu bemühen“, heißt es in der Untersuchung. Abgewiesene Asylsuchende sollten zudem mehr Unterstützung in ihrem Heimatland bekommen. Dafür solle der Staat mit mehr Geld Projekte in den Heimatländern der Flüchtlinge finanzieren.

Streitthema für SPD und Union

Im „heute-journal“ forderte der ehemalige Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen Pfeiffer am Dienstagabend von den anstehenden Koalitionsverhandlungen, in der Flüchtlingspolitik neue Perspektiven aufzuzeigen.

Die Meinungen von SPD und Union gehen hierbei weit auseinander. Während die SPD Familiennachzug fordert, spricht sich CDU-Innenexperte Armin Schuster für eine schnelle Abschiebung von Nordafrikanern aus. (dpa/mcd)

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