Stuttgart: Erneut AfD-Plakatierer von linksextremen Schlägertrupps attackiert – Wahlwerbung eingestellt, zu gefährlich

Zweimal innerhalb von 24 Stunden wurden AfD-Plakatier-Teams in Stuttgart von linksextremen Schlägertrupps angegriffen. Die Übergriffe fanden im Umfeld eines linken Zentrums statt.

Am Mittwoch vergangener Woche kam es in der Böblinger Straße in Stuttgart-Heslach erneut zu „handgreiflichen Auseinandersetzungen“ zwischen Plakatierern der AfD und „mutmaßlich Angehörigen der linken Szene“ im Umfeld des Lilo-Herrmann-Hauses, wie die „Stuttgarter Nachrichten“ melden.

Bereits am Vorabend musste die Polizei in der gleichen Gegend eingreifen, als Mitarbeiter der Partei angegriffen und bedroht wurden.

Antifa-Anlaufstelle?

Laut dem Verfassungsschutz Baden-Württemberg ist aber das „Linke Zentrum Lilo Herrmann“ in Stuttgart „ebenfalls Anlaufstelle für unterschiedliche linksextremistische Organisationen. Im Zusammenhang mit der autonomen Szene der Landeshauptstadt ist vor allem das ‚Antifaschistische Aktionsbündnis Stuttgart und Region‘ (AABS) zu erwähnen.“

Sich selbst sieht das Linke Zentrum als „selbstverwaltetes und politisches Hausprojekt“ und biete „für alle Menschen, Gruppen und Initiativen, die für eine Perspektive jenseits des Kapitalismus aktiv sind, sich an sozialen Kämpfen beteiligen oder sich gegen rassistische und patriarchale Diskriminierung engagieren“ eine Infratruktur.

Wie die „Stuttgarter Nachrichten“ Mitte Juli berichteten, habe auch das Lilo-Herrmann-Haus bei den G20-Krawallen in Hamburg mitgemischt. Zuvor hätte das Zentrum „kräftig mobilisiert“. Drei Personen aus dem Haus befanden sich zum Zeitpunkt des Berichts offenbar immer noch in Untersuchungshaft.

Stadtteil zu gefährlich

Bereits am Dienstag, 5. September kam es zu einem Überfall durch linke Schläger. Nach einem zweiten Überfall am nächsten Tag entschied die AfD, aus Sicherheitsgründen keine weiteren Plakatierer in diesen Stadtteil zu schicken.

Mittwoch, 6. September 2017: Gegen 20.30 Uhr wurde der AfD-Bundestagskandidat Dr. Dirk Spaniel (45) aus einer Gruppe von etwa 20 Personen heraus angepöbelt und schließlich tätlich angegriffen. Dabei seien mehrere Plakatierer verletzt worden, wie die AfD später schilderte.

Der AfD-Kandidat will keine weiteren Mitarbeiter mehr in den Stadtteil schicken. Die Plakatierung wird dort eingestellt:

Das ist für die Plakatierer zu gefährlich. Wir werden deshalb unsere Aktionen in Heslach nicht weiterführen.“

(AfD-Stuttgart auf Facebook)

Morddrohung gegen Plakatierer

Dienstag, 5. September 2017: Gegen 21.30 Uhr waren AfD-Plakatierer am Erwin-Schöttle-Platz in Heslach unterwegs, um Wahlplakate aufzuhängen.

Hierbei sind sie von einer größeren Gruppe vermummter Personen, die vermutlich dem linken Spektrum zuzuordnen ist, angegangen und beleidigt worden. Ein 37-Jähriger und ein 36 Jahre alter Mann wurden zudem körperlich attackiert; beide erlitten leichte Verletzungen.“

(Polizeibericht)

Laut einem Bericht des AfD-Direktkandidaten Dr. Dirk Spaniel am nächsten Morgen auf Facebook, seien die Plakatierer aus einem Hinterhalt heraus angegriffen und mit dem Tod gedroht worden:

Ein maskierter Mob von ca. zwölf vermummten Personen rannte auf die arglosen jungen Männer zu. Sie schrien: ‚Nazis, euch bringen wir alle um‘. Der Ingenieur und der Maschinenbaumeister wurden umzingelt, in eine Ecke gedrängt und mit Schlägen traktiert. Die beiden konnten sich wehren und so Schlimmeres verhindern. Glücklicherweise gelang es einem dritten Plakatierer, einen Notruf abzusetzen.“

Wie Dr. Spaniel erklärte, soll einer der Angreifer „das Mitglied der Linksjugend Fabian R.“ gewesen sein.

 

Verfallserscheinungen der Demokratie?

Wegen der politisch motivierten Übergriffe ermittelt inzwischen der Staatsschutz. Dirk Spaniel sieht solche Übergriffe als Warnsignal:

Eine Regierung, die jedes Jahr 100 Millionen Euro Steuermittel gegen Rechts bereitstellt, sät demagogischen Wind und erntet linke Gewalt. Mit ihrer Verantwortung für den Verfall der Demokratie werden wir die Regierung im Bundestag konfrontieren.“

(Dr. Dirk Spaniel, AfD-Bundestagskandidat)

Doch was passierte am vergangenen Mittwochabend über die allgemein gehaltene Schilderung der Polizei hinaus genau in Stuttgart-Heslach?

‚Das ist unser Stadtviertel, ihr habt hier zu verschwinden‘, schrien sie uns an. […] in aggressiver Linker sprang mich von hinten an. Ein Mitglied meines Teams, das bereits am Vortag verletzt wurde, konnte die Attacke auf mich abwehren. Ich bekam lediglich ein paar Schrammen ab. Dann sprang ein weiterer Antifaschist (erkennbar am T-Shirt mit der Aufschrift ANTIFA) einem AfD-Mitglied mit den Beinen voraus an die Brust und warf ihn zu Boden.“

(Dr. Dirk Spaniel, AfD)

Siehe auch:

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