Wurden in Syrien Giftgas-Raketen mit Material aus Deutschland gefunden?

Bei mutmaßlichen Giftgas-Angriffen in Syrien soll auch Material einer Firma aus Baden-Württemberg benutzt worden sein. Die Firma Krempel zeigte sich "entsetzt".

Bei mutmaßlichen Giftgas-Angriffen in Syrien soll auch Material einer Firma aus Baden-Württemberg benutzt worden sein.

Die Firma Krempel aus Vaihingen zeigte sich „entsetzt“ über Bilder von angeblichen Giftgas-Raketen der syrischen Armee, die mit Material des Unternehmens gebaut worden sein sollen. Man könne sich nicht erklären, wie das Produkt nach Syrien gelangt sei, erklärte ein Firmensprecher.

Die Armee von Präsident Baschar al-Assad setzte indes ihre Angriffe auf die Terroristenhochburg Ost-Ghuta fort. Ob dort tatsächlich Giftgas zum Einsatz kommt, ist umstritten. Die Regierung in Damaskus bestreitet die Berichte darüber.

Jetzt wurden Bilder von Raketen in Umlauf gebracht die zeigen, dass ein Teil der Raketen mit dem Logo des Unternehmens Krempel und der Aufschrift „Made in Germany“ versehen sind. Der Krempel-Sprecher erklärte, es handele sich um Pressspan, ein Material, das zur Isolierung in Elektromotoren eingebaut werde. Die Firma liefert es demnach auch zum Weiterverkauf in kleineren Mengen an iranische Händler.

In diesem Fall sei wohl eine Scheibe ausgeschnitten und dann in die Rakete eingebaut worden, sagte der Sprecher. Krempel habe die aktuelle Lieferung in Iran gestoppt und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) eingeschaltet.

Bellingcat-Autor Elliot Higgins erklärte, bei den Raketen handele es sich ursprünglich um konventionelle Modelle. Diese seien für den Giftgas-Einsatz umgebaut worden. Es lasse sich nicht sagen, in welchem Umfang das deutsche Material beim Bau von in Syrien eingesetzten Raketen benutzt werde.

Seit Wochen intensivieren die syrische Armee und ihre Verbündeten die Angriffe auf Ost-Ghuta. Nach UN-Schätzungen sind rund 400.000 Menschen weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Wegen der Blockade mangelt es akut an Lebensmitteln und medizinischer Versorgung. Das Gebiet wird überwiegend von islamistischen Terroristen kontrolliert.

Zuletzt hatten Terroristen auch wiederholt Raketen auf die von der Regierung kontrollierten Viertel von Damaskus gefeuert. Am Mittwoch sei dabei ein Kind im Stadtteil Dscharama getötet worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana.

Auch in der Rebellenprovinz Idlib im Nordwesten des Landes seien die Kämpfe zuletzt heftiger geworden. Tausende Kinder seien extremer Gefahr ausgesetzt, teilte die Hilfsorganisation Save the Children mit. Mehr als 30 Schulen seien aus Sicherheitsgründen zeitweise geschlossen worden. (dpa/so)

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