UPDATE: Bombenanschlag mit Metallteilen vor Ansbacher Open Air – syrischer Flüchtlinge (27) sprengt sich in die Luft

Im bayerischen Ansbach gab es am späten Sonntagabend um 22.12 Uhr einen Bombenanschlag. Der Attentäter versuchte auf das Gelände eines Musikfestivals zu kommen, wurde aber abgewiesen, woraufhin er sich in Richtung einer nahen Weinstube entfernte und sich in die Luft sprengte.

+++UPDATE: Während einer nächtlichen Pressekonferenz bestätigte Innenminister Herrmann (CSU), dass es sich leider um einen weiteren „schlimmen Anschlag in unserem Land“ gehandelt habe. Ein 27-jähriger syrischer Flüchtling versuchte ohne Eintrittskarte auf das Festivalgelände zu kommen, auf dem Gregor Meyle vor rund 2.500 Gästen spielte.

Der Innenminister war entsetzt, dass der Mann, dem Schutz gegeben wurde, diesen missbrauchte.

Siehe auch:

Innenminister Herrmann: Bombenanschlag von Ansbach Werk eines islamistischen Selbstmordattentäters

Polizeivizepräsident Roman Fertinger bestätigte auf Nachfrage von Journalisten in der Pressekonferenz, dass der Sprengsatz offenbar mit Metallteilen gespickt war:

„Es sind Metallteile breit gestreut aufgefunden worden.“ (Fertinger, Polizeivizepräsident)

Stunden zuvor gab ein Security-Mitarbeiter des Festivals sagte, dass ein Mann mit Rucksack am Eingang abgewiesen worden sei. Daraufhin sei dieser zum Lokal gelaufen, wo sich kurz darauf die Explosion ereignete. Auch Rettungskräfte bestätigten einen explodierten Rucksack. Auf dem Open Air waren zu diesem Zeitpunkt rund 2.500 Personen anwesend, berichtete die nordbayerische Nachrichtenseite „Reporter-24„.

Der Syrer sei vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen, so Herrmann. Vor einem Jahr sei sein Asylantrag abgelehnt worden. Er habe aber wegen der Situation in Syrien mit Duldung weiterhin in einem Asylheim in Ansbach gelebt.

Der Mann soll mehrfach straffällig aufgetreten sein, was nicht näher erläutert wurde, und habe zweimal versuchte sich das Leben zu nehmen.

Enttäuschung auf Twitter über deutsche TV-Medien

Die News-Seite „Rosenheim24„, berichtet davon, dass sich viele User empört hätten, weil die Pressekonferenz weder von den öffentlich rechtlichen Sendern, noch von n.tv oder N24 live übertragen wurde.

Der Sprengsatz detonierte gegen 22.12 Uhr direkt vor einem Einlass in die Reitbahn. Die Oberbürgermeisterin von Ansbach, Carda Seidel, schloss mehrere Explosionen nicht aus, berichtete „Nordbayern.de„. Bei dem Toten soll es sich möglicherweise um einen Tatverdächtigen handeln, so die Polizei. Das Festival mit 2.500 Gästen wurde abgebrochen. 350 Rettungskräfte sind im Einsatz. Ein Mann, offenbar der Attentäter, starb, mindestens zehn Personen wurden teils schwer verletzt.

Zeugenhinweise bitte unter 0911-2112-333

Oberbürgermeisterin revidierte die Anfangsversion einer Gasexplosion. Die Explosion in der Ansbacher Innenstadt wurde einen Sprengkörper herbeigeführt, so Seidel vor Journalisten. Inzwischen wurde das auch von einem Sprecher des Innenministeriums gegenüber dem „Bayerischen Rundfunk“ bestätigt: „Nach dem jetzigen Stand ist es kein Unfall.“

Erste Pressekonferenz nach dem Selbstmordattentat

Die Explosion ereignete sich auf einer Straße in der Innenstadt vor der Gaststätte „Eugens Weinstube“, wie ein Polizeisprecher sagte. Über der Innenstadt kreisten daraufhin Hubschrauber, meldete die „Süddeutsche Zeitung„.

Erste Informationen

Art und Ursache der Explosion seien noch völlig unklar. Die „Bild“ berichtete, dass es sich um eine Gasexplosion gehandelt habe, wofür es allerdings keine offizielle Bestätigung gibt. „Das Einzige, was ich weiß, ist, dass es eine Explosion gegeben hat“, sagte Polizeisprecher Michael Konrad gegenüber „Nordbayern.de“. Weiteres könne er nicht bestätigen, so Konrad gegen 23.30 Uhr, als er am Einsatzort ankam.

Der Bereich um den Explosionsort ist abgesperrt, Polizei und Feuerwehr sind vor Ort. Ein Helicopter wurde nach Ansbach beordert. Ein Krisenstab der Polizei wurde im Stadthaus eingerichtet. Auch eine SEK-Einheit ist im Einsatz.

Ein Open-Air-Konzert in der Nähe wurde abgebrochen, rund 2500 Besucher verließen den Veranstaltungsort.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) reiste von Berlin umgehend ab und ist inzwischen in Mittelfranken eingetroffen. (dpa/sm)