UPDATE – Extreme Forderungen: Vier syrische Familien strapazieren Stadt Augsburg

+++UPDATE: Aus Versehen haben wir hier eine Geschichte aus dem Jahr 2013 verarbeitet! Ein Leser wies uns auf den Fehler hin. Wir entschuldigen uns für die Unachtsamkeit und belassen den Text im Original. +++ Die Stadt Augsburg hat ein Problem mit einer Flüchtlingsgruppe, die extrem fordernd auftritt: Mehrere syrische Familien wollen sofort Wohnungen haben und aus der Gemeinschaftsunterkunft Ottostraße ausziehen – einer Unterkunft, die laut Insidern die beste Augsburgs ist.

+++UPDATE: Aus Versehen haben wir hier eine Geschichte aus dem Jahr 2013 verarbeitet, weil wir beim Datum nicht genau hingeschaut hatten! Ein Leser wies uns freundlicherweise auf den Fehler hin. Wir entschuldigen uns für die Unachtsamkeit und belassen den Text im Original. Es handelte sich hier um eine Geschichte über Kontingentflüchtlinge, die wegen dieses Status spezielle Erwartungen an Deutschland hatten. +++ Die Redaktion.

Zur Erklärung:

Was ist der Unterschied zwischen Kontingentflüchtlingen und Asylsuchenden?
 
Die sogenannten Kontingentflüchtlinge sind auf Einladung der Bundesregierung in Deutschland. Sie erhalten nach ihrer Ankunft sofort eine Aufenthaltserlaubnis, zunächst für zwei Jahre und müssen kein Asylverfahren mit allen seinen Einschränkungen durchlaufen. Die Kontingentflüchtlinge müssen sich in den Flüchtlingslagern im Libanon bewerben und werden dort nach bestimmten Kriterien ausgewählt: Sie sollten zum Beispiel aufgrund von Krankheit besonders schutzbedürftig sein oder bereits Verwandte in Deutschland haben.

Syrische Flüchtlinge, die auf eigene Faust nach Deutschland reisen, können sich nicht nachträglich hier als Kontingentflüchtling bewerben. Ihnen bleibt kein anderer Weg, als Asyl zu beantragen und dann das reguläre Verfahren abzuwarten.

Welche Rechte haben Kontingentflüchtlinge aus Syrien?

Anders als Asylbewerber dürfen Kontingentflüchtlinge sofort arbeiten. Wenn sie keine Arbeit finden, haben sie Anspruch auf die sogenannte Grundsicherung, also Leistungen entsprechend Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld, genau wie deutsche Bürger. Außerdem dürfen sie einen Integrationskurs und einen Sprachkurs besuchen. Was die Unterbringung angeht, haben es Kontingentflüchtlinge ebenfalls leichter als Asylbewerber: Ziel ist, dass sie eine eigene Wohnung erhalten und möglichst nicht in Sammelunterkünften leben müssen.

Quelle: Deutsche Welle, Artikel vom 12.06.2014

+++ Ab hier der originale Artikel +++

Die Familienväter üben auf unterschiedliche Weise Druck aus, so dass die Behörden bereits alles tun, um Wohnungen zu organisieren – bisher erfolglos. Das Argument der Syrer: Im Libanon, wo sie zuvor waren, hätten ihnen Mitarbeiter der Vereinten Nationen versprochen, dass sie in Deutschland sofort Wohnungen bekommen.

Die betreffenden Syrer sind Kontingentflüchtlinge, die von der Bundesrepublik aus bestehenden Flüchtlingslagern im Libanon übernommen wurden. Sie sind gegenüber anderen Asylbewerbern privilegiert und müssen kein Verfahren durchlaufen, bekommen höhere Sozialleistungen, dürfen sofort arbeiten und müssen auch nicht in Sammelunterkünften leben.

Wollten vor Rathaus campieren

Am Montag hatten vier Familien mit 15 teils kleinen Kindern sich auf den Gehsteig vor das Augsburger Rathaus gestellt und angekündigt, dort im Freien zu übernachten, solange man ihnen keine Wohnungen gibt. Die Polizei und andere Zuständige mussten fünf Stunden lang mit ihnen verhandeln, bis sie samt ihren Kindern wieder ins warme Heim zurückkehrten. Falls sie nicht zufrieden gestellt würden, wollen sie nächsten Montag auf ähnliche Weise protestieren.

Caritas nennt Verhalten „befremdend“

Wolfgang D. Friedel, Referatsleiter Migration der Caritas sagte gegenüber der Augsburger Allgemeinen: „Das Verhalten ist sehr befremdend.“ Berater hätten sich von Anfang an um Schule, Krankenkasse usw. gekümmert. Es sei sogar eine Mitarbeiterin vor Ort, die aus Syrien stammt. Trotzdem schalteten die Flüchtlinge auf stur. Vor allem ein Mann spiele sich in „Clanführer-Manier“ auf.

Friedel, der oft im Nahen Osten war, vermutet, dass bei der „Auswahl“ der Kontingentflüchtlinge Bestechungsgelder im Spiel waren, die sich nur finanziell Bessergestellte leisten können: „Da kommen nicht die Armen aus den Flüchtlingslagern zu uns.“ Auch die Syrer in der Ottostraße sagen, im Libanon hätten sie Wohnung und Arbeit gehabt. Die Rückkehrberatung der Caritas ist deshalb bereits involviert. Eine Verlegung der Familien in andere Bundesländer mit besseren Wohnraum-Angebot wird erwogen.

Der Protest der Familienväter dauere schon seit Wochen an und beinhalte auch Verbalattacken gegen Sozialarbeiter, Gebrüll und Sachbeschädigung, so die Zeitung. (rf)