Wegen sexueller Belästigung: Bornheim erteilt männlichen Flüchtlingen Hallenbadverbot

Weil sich vermehrt Besucherinnen und Angestellt des städtischen Hallenbades über sexuelle Belästigungen durch männliche Flüchtlinge beschwerten, handelte der Sozialreferent von Bornheim und verhängte Hausverbot gegen die Männer aus dem nahen Asylheim.

In Bornheim bei Bonn dürfen volljährige männliche Flüchtlinge nicht mehr ins städtische Hallenbad. 

Die Stadt habe ihnen den Zugang verboten, weil sich immer mehr Besucherinnen und Angestellte über sexuelle Belästigungen durch Männer aus einer nahen Asylbewerberunterkunft beschwert hätten, sagte Sozialdezernent Markus Schnapka.

Dabei hätten sich die Übergriffe bisher auf die verbale Ebene beschränkt, meldete der Kölner Express.

Doch in den letzten Wochen vermehrten sich die eindeutigen Gesten und unsittlichen Anmachsprüche. Letztendlich ereignete sich vergangene Woche ein Fall, bei dem ein 18-jähriger Migrant eine 54-jährige Frau auf der Straße gegen ihren Willen küssen wollte. Ein Ehepaar hatte das bemerkt und ging dazwischen. Die Polizei ermittelt inzwischen.

Vorübergehend nicht erwünscht

Der Sozialdezernent  bedauerte die Vorfälle und sagte, dass ihm die Entscheidung nicht leicht gefallen sei, da durch das Verbot viele Unschuldige ausgeschlossen würden. Allerdings stieß die Entscheidung bei den Bewohnern der Unterkunft auf Verständnis. Für Frauen und Kinder gilt diese Regelung nicht. 

Der Beigeordnete will nun persönlich dreisprachige Informationstage in Flüchtlingsheimen veranstalten, um den Bewohnern das westliche Verständnis im Umgang mit Frauen zu erklären. "Wir sagen da ganz klar: Unser Wertverständnis zur Geschlechtergleichheit in Deutschland steht nicht zur Diskussion", so Schnapka.

Dabei geht es ihm weniger um ein dauerhaftes Verbot, als um Wertevermittlung und ihre Akzeptanz: "Sobald wir von den Sozialdiensten die Mitteilung bekommen, dass die Botschaft angekommen ist, beenden wir diese Maßnahme wieder", zitiert der "Focus" den Sozialreferenten. (dpa/sm)

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