Widerstreitende Meinungen zu vermeintlicher Weidel-E-Mail

In den sozialen Netzwerken und Online Portalen werden Verdachtsmomente gegen die Vorwürfe von WELT und WamS gegen Alice Weidel diskutiert. Vera Lengsfeld, ehemalige DDR Bürgerrechtlerin, spricht von "Stasi-Methoden".

„Zwei Wochen vor der Bundestagswahl werde ich wirklich nicht über jedes absurde Stöckchen springen, das man mir hinhält,“ so AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel mit Blick auf die Rassismus-Vorwürfe seitens der „Welt am Sonntag“.

Dem Magazin liege angeblich eine „brisante“ Mail der AfD-Spitzenkandidatin vom 24. Februar 2013 vor, die – laut Welt – „demokratieverachtende Thesen“ enthalte. Weidel bestreitet, dass der Text von ihr stammt, doch der Redaktion würden gegenteilige Aussagen und eine „eidesstattliche Versicherung“ vorliegen.

In der angeblichen Mail Weidels werden laut „WamS“ Sinti, Roma und Araber als „kulturfremde Völker“ bezeichnet, von denen Deutschland „überschwemmt“ werde. Zudem sollen die Mitglieder der Bundesregierung darin als „Schweine“ und „Marionetten der Siegermächte“ des Zweiten Weltkriegs geschmäht werden.

Unter dem Titel: „Das Engelsgesicht der AfD hat eine Vergangenheit als Verschwörerin“ listet DIE WELT heute Reaktionen der ausländischen Presse auf. Als Abschluss dieser Sammlung hat Die Welt eine Umfrage für die Leser eingerichtet, in der sie die Frage stellt: Wird die vermeintliche E-Mail Weidels der AfD schaden? Unser Screenshot wurde etwa um 17 Uhr gemacht, inzwischen hat sich die Zahl der abstimmenden Leser erhöht.

Lengsfeld zu angeblicher Weidel-E-Mail: Ist Kritik an der Regierung verboten?

In der Debatte um eine angebliche E-Mail von AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel sieht die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld im Merkur.de von heute Stasi-Methoden am Werk.

Zudem wundert sich die ehemalige DDR-Regimegegnerin: „In der Mail würde die Bundesregierung verunglimpft, heißt es im Artikel. Ja, leben wir denn noch in der DDR, wo Kritik an der Regierung sakrosankt war und mit Gefängnis bestraft wurde? Nein, es ist das Recht eines jeden Bürgers in einer Demokratie, die Regierung zu beschimpfen. Hier handelt es sich nicht einmal um eine öffentliche Äußerung, sondern um eine private Mail.“

Das Schimpfwort „Schweine“, das in der E-Mail vorkommt, hält Lengsfeld für primitiv. Allerdings merkt sie an, dass andere Politiker ebenfalls unappetitliche Wörter verwendeten und damit durchkamen.“ So viel aus MERKUR.de

Informationen kommen aus einem Kreis von Bänkern und Geschäftsleuten

Die Informationen zu der Mail würden aus dem ehemaligen Bekanntenkreis von Alice Weidel in Frankfurt am Main stammen, zu denen Bänker, Kaufleute  und Unternehmensberater gehörten, heißt es weiter bei WELT.

Der Empfänger der Mail behauptet gegenüber WELT, dass nur sie die Verfasserin sein könne, denn sie habe sich im Betreff auf ein Gespräch mit ihm bezogen und dabei ihren üblichen Spitznamen „Lille“ verwendet. Das an ihn gerichtete Schreiben würde sich seit 2013 in seinem Postfach befinden.

In den sozialen Netzwerken werden indes Stimmen laut, dass es kein Zufall sei, dass ausgerechnet der WELT diese Informationen vorliegen und das Blatt die Vorwürfe gegen Weidel nun auch breittrete.

In einem FB-post findet sich ein Foto, das den FDP-Vorsitzenden Christian Lindner mit Ehefrau Dagmar Rosenfeld-Lindner zeigt. Die Dame an seiner Seite ist stellvertretende Chefredakteurin von “WELT/N24“.

Und auch der Chefredakteur der „WELT“, Ulf Poschardt, scheint enge Verbindungen zur FDP zu haben. Beispielsweise rief er vor der Bundestagswahl 2005 zur Wahl der FDP auf.

Seit 6. September 2016 ist Poschardt Chefredakteur der Zeitung „Die Welt“.

(mcd/aw/rls)