Wirtschaftsweiser: Weitere Lockerung der Geldpolitik unnötig

Der Wirtschaftsweise und Frankfurter Geldpolitik-Professor Volker Wieland sieht trotz der geringen Inflation im Euro-Raum und der Probleme in China keinen Grund für eine weitere Lockerung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank …

Der Wirtschaftsweise und Frankfurter Geldpolitik-Professor Volker Wieland sieht trotz der geringen Inflation im Euro-Raum und der Probleme in China keinen Grund für eine weitere Lockerung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). „Ich bin ohnehin der Meinung, dass es unnötig war, dass die EZB ihre Geldpolitik noch weiter gelockert hat“, sagte er im Interview mit dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe). Die Wirtschaft im Euro-Raum erhole sich und auch die Kerninflation ohne Energiepreise sei positiv und stabil.

Außerdem berge die Niedrigzinspolitik zu große Risiken. Die Auswirkungen der Probleme in China auf die Märkte in Europa und der Welt erschienen ihm „sehr übertrieben“, sagte Wieland. „Zwar gehen die deutschen Exporte nach China zurück, das macht aber nur einen kleineren Teil unserer Exporte aus.“ Bedeutender seien hingegen die Rückwirkungen auf die Finanzmärkte. Wieland erwartet zudem keine negativen Effekte für die Euro-Zone durch die Zinserhöhung in den USA im Dezember. Dies sei eher hilfreich, weil es den Wechselkurs des Euro drücke. Die Zinserhöhung in den USA komme aber viel zu spät. Es sei zu befürchten, dass die US-Notenbank Federal Reserve es nicht rechtzeitig schaffen werde, die Zinsen so zu erhöhen, dass sie die Wirtschaft moderat abbremsen. „Deswegen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Inflation in den USA überschießen wird.“

(dts Nachrichtenagentur)