Albaniens Opposition mobilisiert tausende Demonstranten gegen Regierung

In der albanischen Hauptstadt Tirana sind am Samstag tausende Menschen aus Protest gegen die Regierung auf die Straße gegangen.

In der albanischen Hauptstadt Tirana sind am Samstag tausende Menschen aus Protest gegen die Regierung auf die Straße gegangen. Die Demonstranten warfen Ministerpräsident Edi Rama und seinen Ministern auf der Oppositionskundgebung Korruption und Verbindungen zum organisierten Verbrechen vor. Sie forderten den Rücktritt der Regierung des Sozialisten, der bei der Wahl im Juni im Amt bestätigt worden war.

Journalisten vor Ort schätzten die Zahl der Teilnehmer auf mehr als 10.000. Die Organisatoren des Oppositionsmarsches sprachen sogar von bis zu 300.000 Teilnehmern. Die Polizei wollte keine Schätzung abgeben. Sie hatte rund 1500 Beamte im Einsatz.

Organisiert wurde die Kundgebung von Oppositionsparteien. Sie werfen Ramas Regierung lukrative Verbindungen zu albanischen Cannabis-Händlern vor. „Rama hat Albanien zur Heimat des organisierten Verbrechens und der Drogen gemacht“, sagte der Vorsitzende der oppositionellen Demokratischen Partei, Lulzim Basha, in seiner Rede vor den Teilnehmern. „Er muss gehen.“

Demonstranten führten unter anderem Plakate mit dem Konterfei von Ramas früherem Innenminister Saimir Tahiri mit sich. Gegen diesen laufen seit einigen Monaten Ermittlungen wegen möglicher Kontakte zu einem internationalen Cannabis-Händlerring.

Rama, dessen Partei bei der Wahl im Juni einen Sieg errungen hatte, weist die Vorwürfe von sich. Vor einigen Tagen warf er der Opposition vor, mit den Protesten die Eröffnung von Beitrittsverhandlungen mit der EU stören zu wollen. Rama hofft auf einen Beginn dieser Gespräche noch in diesem Jahr.

Im Jahr 2016 hatte Albanien auf Drängen der EU eine Justizreform verabschiedet, die der weit verbreiteten Korruption und dem organisierten Verbrechen Einhalt gebieten soll. Das 2,9-Millionen-Einwohner-Land zählt zu den ärmsten in Europa. Das durchschnittliche Monatsgehalt liegt bei rund 350 Euro. (afp)

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