Besuch im Asylheim: Dänische Migrationsministerin vom wütenden Mob umstellt – muss fliehen

Ein wütender Mob und eine Frau, die vom Auto angefahren wurde – der Asylheim-Besuch der dänischen Migrationsministerin lief aus dem Ruder.

Der Besuch eines Asylheimes hatte dramatische Folgen: Dänemarks Migrations-, Integrations- und Wohnungsbauministerin Inger Støjberg besuchte letzten Freitag die Asylunterkunft Sjælsmark in Nordsjælland. Diese Unterkunft ist für abgelehnte Asylbewerber eingerichtet worden. Die dänische Zeitung „The Local“ berichtete.

Støjberg wollte für die Sendung „21 Søndag“ des Senders DR vor laufender Kamera mit einer irakisch-kurdischen Familie sprechen, deren Asylbewerbung abgelehnt wurde. Bei dem Gespräch sollte es vor allem um die Lebensbedingungen der Kinder gehen.

Atmosphäre in Unterkunft angespannt

Bereits bei der Ankunft der Ministerin sei die Atmosphäre angespannt gewesen. Die Bewohner der Unterkunft sollen gewusst haben, dass Støjberg nur mit einer Familie sprechen würde – sie fanden das unfair.

Bei Støjbergs Ankunft verbreitete sich im Heim sofort das Gerücht, dass jeder bleiben könne, der mit der Ministerin spricht.

Um die 40 Menschen umstellten die Politikerin und redeten auf sie ein – die Atmosphäre wurde immer geladener. Schließlich beschlossen die Leibwächter, die Ministerin in Sicherheit zu bringen, berichtet DR.

Junge Frau springt auf Motorhaube des Ministerwagens

„Als wir nach dem Besuch nach draußen kamen, wurde die Atmosphäre zunehmend aggressiver“, sagte der Journalist Martin Torpe, der anwesend war.

„Einige Personen schrieen und hielten sie [Støjberg] fest“, so der Journalist weiter. Schließlich sei die Ministerin zu ihrem Auto geführt worden. Einige abgelehnte Asylbewerber versuchten, sie vom Wegfahren abzuhalten. Eine junge Frau, „die sehr wütend war, warf sich auf die Motorhaube, als das Auto bereits wegfuhr“, beschrieb Torpe die Geschehnisse.

Die Frau sei dann vor das Auto gefallen und „ein bisschen“ angefahren worden, fügte der Journalist hinzu. Niemand sonst sei verletzt worden.

Hier das Video des Vorfalls (0:48 Minuten):

Proteste im Abschiebungszentrum

Die Asylunterkunft Sjælsmark ist eine der beiden sogenannten „udrejsecentre“ – ein Abschiebungszentrum für abgelehnte Asylbewerber, die noch nicht zurückgeführt wurden, weil sie z. B. staatenlos seien oder es kein Rückübernahmeabkommen zwischen Dänemark und ihren Heimatländern gebe.

Andere seien mit dem Ausgang ihre Asylantrags unzufrieden oder seien wegen der Gefahr für Leib und Leben nicht in der Lage, in ihre Heimatländer zurückzukehren.

Im vergangenen Monat protestierende Einwohner des zweiten Abschiebungszentrums in Kærshovedgård. Sie prangerten die „untragbaren“ Lebensbedingungen in der Unterkunft an. Ihnen sei nicht erlaubt, selber zu kochen, sie seien von der Gesellschaft abgeschnitten und würden ständig von der Polizei kontrolliert, war ihre Beschwerde.

Støjberg dankte Bodyguards und Fahrer

Nach dem Vorfall in Sjælsmark dankte die Migrationsministerin ihren Bodyguards und ihrem Fahrer für ihre schnelle Reaktion: „Ohne Euch hätten die Sache auch sehr schlecht enden können“, so Støjberg.

(as)

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