Griechenland fordert „unübersetzbaren“ Namen für Mazedonien

Im jahrzehntelangen Streit zwischen Athen und Skopje um die Bezeichnung "Mazedonien" fordert Griechenland einen "unübersetzbaren Namen" für das Nachbarland. Athen will dazu im Februar Vorschläge in den Landessprachen Mazedoniens unterbreiten.

Im jahrzehntelangen Streit zwischen Athen und Skopje um die Bezeichnung „Mazedonien“ fordert Griechenland einen „unübersetzbaren Namen“ für das Nachbarland. Mazedonien müsse einen Namen in einer seiner Landessprachen wählen, „der in keine andere Sprache übersetzt werden kann“, sagte der griechische Außenminister Nikos Kotzias am Dienstag dem Fernsehsender ERT. Dazu werde Athen Skopje im Februar Vorschläge unterbreiten.

Sowohl Athen als auch Skopje seien zu einer Lösung bereit, sagte der UN-Sonderbeauftragte für den Namensstreit, Matthew Nimitz, nach einem Treffen mit Kotzias. „Es gibt eine Zeit für Entscheidungen, und ich denke, wir sind da“, sagte der 78-jährige Nimitz, der seit 1994 versucht, den Streit zwischen den Nachbarländern beizulegen.

Vergangene Woche hatte er mehrere Vorschläge unterbreitet, darunter „Republika Nova Makedonija“. Am Mittwoch reist er weiter nach Skopje.

Der Konflikt reicht ins Jahr 1991 zurück, als die ehemalige jugoslawische Teilrepublik ihre Unabhängigkeit erklärte und den Namen Mazedonien für sich wählte. Aus Sicht Griechenlands ist der Name Mazedonien jedoch Teil des griechischen Nationalerbes und suggeriert einen Anspruch auf die nordgriechische Provinz gleichen Namens.

Wegen des Streits wird Mazedonien bei der UNO mit dem sperrigen Namen Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien geführt. Der Namensstreit mit Griechenland blockiert seit Jahren die Beitrittsgespräche Skopjes mit der EU und der Nato.

Zuletzt gab es Zeichen der Annäherung. Mazedoniens Regierungschef Zoran Zaev kündigte bei einem Treffen mit seinem griechischen Kollegen Alexis Tsipras an, den nach Alexander dem Großen benannten Flughafen in Skopje und eine gleichnamige Autobahn umzubenennen. Beide Länder reklamieren den antiken König für sich.

In der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki hatten vergangene Woche Zehntausende gegen einen Kompromiss im Streit um den künftigen Namen des Nachbarlandes protestiert. Am Sonntag soll eine weitere Demonstration in Athen stattfinden. (afp)

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