Kataloniens Regierungschef: Spanien handelt wie „autoritärer Staat“

"Die spanische Regierung lässt politische Gegner verhaften, beeinflusst Medien, lässt Internetseiten blockieren," beklagt der Chef der katalanischen Regionalregierung, Carles Puigdemont.

Der Chef der katalanischen Regionalregierung, Carles Puigdemont, hat die Zentralregierung Spaniens scharf kritisiert.

„Die spanische Regierung handelt wie ein autoritärer Staat“, sagte Puigdemont der „Bild“ (Donnerstagsausgabe). „Schauen Sie sich an, was am Sonntag passiert ist: Das war Gewalt gegen friedliche Menschen, die nur abstimmen wollten. Die spanische Regierung lässt politische Gegner verhaften, beeinflusst Medien, lässt Internetseiten blockieren.“

Puigdemont bekräftigte, die Unabhängigkeit so schnell wie möglich ausrufen zu wollen. Der Chef der Regionalregierung sagte auf die Frage, ob er sich bereits wie der Präsident eines neuen Staates fühle: „Noch nicht. Aber die Ergebnisse des Referendums werden bis Ende der Woche ausgezählt sein. Dann erklären wir innerhalb von 48 Stunden unsere Unabhängigkeit.“

Er fühle sich bereits jetzt als Präsident eines freien Landes, „in dem Millionen Menschen eine wichtige Entscheidung getroffen haben“.

Die nächsten Schritte würden aus dem Parlament kommen, so Puigdemont. „Die spanische Regierung hat alles geblockt, was wir in den vergangenen Jahren versucht haben, sie wollten keine Verhandlungen, nicht mal Gespräche über die Verteilung von Steuern. Sie haben uns keinen anderen Weg gelassen. Auf der ganzen Welt gab es immer wieder Staatsgründungen. Das ist etwas ganz normales, weil der freie Wille der Bürger nicht auf Dauer unterdrückt werden kann.“ (dts)

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