Kaum Beruhigung nach Unwettern in Österreich

Es war die befürchtete Abkühlung nach der jüngsten Hitzewelle: In Österreich sind nach heftigen Unwettern die Feuerwehren im Dauereinsatz. Die Situation bessert sich kaum.
Titelbild
Eine Schlammlawine hat das bei Urlaubern beliebte Großarltal von der Umwelt abgeschnitten.Foto: Tobias Prommegger, Freiwillige Feuerwehr Großarl/dpa/dpa
Epoch Times6. August 2017

Schwere Unwetter haben in Österreich große Schäden angerichtet. Bis Sonntagabend beruhigte sich die Situation kaum. Es kam zu Murenabgängen; Dörfer wurden von der Umwelt abgeschnitten. Besonders betroffen war das bei Urlaubern beliebte Großarltal im Bundesland Salzburg.

Nach einer kurzen Regenpause wurde die Straße aus dem Tal auf einer Spur kurzzeitig freigegeben. „Nachdem wieder heftige Regenfälle eingesetzt hatten, mussten wir die Durchfahrt abrupt abbrechen“, sagte Feuerwehrkommandant Josef Promegger. Die Landstraße war durch eine Mure auf einer Länge von zwei Kilometern verschüttet.

Einige Touristen, viele davon aus Deutschland, konnten ihren Urlaubsort in dem kurzen regenfreien Zeitfenster verlassen. Andere Reisende saßen wegen der Schlammlawine immer noch fest. Wann die Straße wieder durchgehend passierbar sein wird, steht noch nicht fest. Die Wetterprognose sagte für das Tal in St. Johann im Pongau für Sonntagabend erneut Regen an.

Die Mure riss sogar Fahrzeuge mit. „Ich habe schon viel erlebt, aber noch nie so etwas Arges“, sagte Promegger.

Insgesamt rückten über 680 Feuerwehrleute im Gebiet des Salzburger Lungau, Pongau und Pinzgau aus. Auch Obertauern war nach den Murenabgängen nicht mehr auf dem Straßenweg zu erreichen.

Aus dem Großarltal mussten wegen medizinischer Notfälle mehrere Menschen per Hubschrauber oder mit einem Lastwagen aus dem Tal gebracht werden – darunter auch eine hochschwangere Frau kurz vor der Geburt. Die Gäste eines Hotels wurden wegen Überflutungsgefahr in die oberen Geschosse des Gebäudes gebracht. Nachdem der Keller des Hotels in einer Regenpause ausgepumpt wurde, fluteten Regenfälle das Haus erneut. Viele Urlauber flüchteten in zwei Notfalllager.

Die Großarler Ache ist im Laufe des Tages mehrfach über das Ufer getreten. Ein Video auf der Facebookseite der Freiwilligen Feuerwehr zeigte, wie ein reißender Fluss begleitet von Donnern durch den Ort zieht. Die Straßen wurden zum Teil bis zu zwei Meter hoch mit Geröll und Schlamm bedeckt. Zwei Menschen wurden im Auto von der Mure eingeschlossen. Sie blieben unverletzt.

Unmengen an Geröll versperrten auch die Fahrbahn nach Obertauern. In der Nacht zum Sonntag mussten etwa 50 Menschen geborgen werden, die mit ihren Fahrzeugen eingeschlossen waren.

In Oberösterreich starb ein 77-Jähriger bei einem Spaziergang an einem Blitzschlag. Der Mann war gemeinsam mit einem Freund in Waldzell bei Ried im Innkreis unterwegs, als es zu dem tödlichen Zwischenfall kam. Er konnte zunächst wiederbelebt werden, erlag aber später seinen Verletzungen in einem Krankenhaus.

Starkregen und Hagel zogen nachts auch über die Steiermark. Kaum waren die Aufräumarbeiten von der letzten Gewitterfront vom Freitagabend angelaufen, zogen am Wochenende neue Unwetter auf. Bäche traten über die Ufer, Hänge rutschten ab und Bäume stürzten auf die Straßen. Zahlreiche Keller wurden geflutet und Häuser evakuiert. Besonders betroffen waren die Bezirke Murau, Murtal und Liezen.

Mehrere Orte in der Steiermark wurden deshalb zum Katastrophengebiet erklärt. Das österreichische Heer startete einen Assistenzeinsatz. Die Soldaten sollen bei den Aufräumarbeiten oder der Errichtung von Ersatzbrücken helfen. Die Regierungsspitze versprach bereits Mittel aus dem Katastrophenfonds des Bundes.

Die Sölkpass-Straße wurde in Liezen auf einer Länge von mindestens 100 Metern komplett weggerissen. Ein vermisster Wanderer, der vom Rest seiner Gruppe getrennt wurde, konnte nach stundenlanger Suche aber unverletzt gefunden werden. Die Hagelversicherung schätzte den Schaden für die steirische Landwirtschaft durch die jüngsten Unwetter auf eine Million Euro.

Auch in Tirol waren die Einsatzkräfte wegen Vermurungen, Hangrutschen und überfluteter Keller im Dauereinsatz. Die größten Auswirkungen waren im Ziller-, Wipp- und Stubaital sowie in Osttirol zu spüren. (dpa)



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