Macron verteidigt Bezeichnung von Reformgegnern als „Faulenzer“

Der französische Präsident hat seine Bezeichnung von Reformgegnern als "Faulenzer" verteidigt. Er bedaure seine Wortwahl "überhaupt nicht", so Macron.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat seine Bezeichnung von Reformgegnern als „Faulenzer“ verteidigt. Er bedaure seine Wortwahl „überhaupt nicht“, sagte Macron am Montag bei einem Besuch in der südfranzösischen Stadt Toulouse.

Er habe auf all jene abgezielt, „die denken, dass man sich in Europa und Frankreich nicht bewegen soll“. Seine Äußerungen seien indes „verzerrt“ worden, um „falsche Polemiken“ auszulösen.

Macron hatte am vergangenen Freitag bei einem Besuch in Athen bekräftigt, sich trotz Kritik und Widerstand nicht von seiner Reformpolitik abbringen zu lassen: „Ich werde absolut entschlossen sein, ich werde weder vor den Faulenzern, noch den Zynikern, noch den Extremen zurückweichen.“

Zwar sagte der sozialliberale Staatschef nicht, wen genau er mit „Faulenzern“ meint. Mit seiner Wortwahl entfachte er aber, kurz vor einem Protesttag gegen seine umstrittene Arbeitsmarktreform am Dienstag, einen Sturm der Entrüstung. Philippe Martinez, der Chef der Gewerkschaft CGT, die an vorderster Front gegen die Arbeitsmarktreform kämpft, äußerte sich „empört“. Der unterlegene linke Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon sagte: „Macron mag die Franzosen nicht.“

Macron hatte schon in der Vergangenheit mit provokativen Äußerungen für Aufsehen gesorgt. In seiner Zeit als französischer Wirtschaftsminister herrschte er einen Gewerkschaftsaktivisten an, wer sich einen Anzug leisten wolle, müsse dafür arbeiten. Vor wenigen Wochen sagte Macron, die Franzosen würden Reformen „verabscheuen“.

Französische Gewerkschaften machen am Dienstag mit Demonstrationen und Streiks gegen Macrons geplante Arbeitsmarktreform mobil. Im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit will der Präsident Unternehmen mehr Freiheiten geben. Unter anderem sollen Kündigungen erleichtert und Abfindungen gedeckelt werden. Die Gewerkschaften kritisieren die Reform als Abbau von Arbeitnehmerrechten.(afp)